Änderung der Organisationsstruktur in Mehrgenerationenhaus
Regional und erfolgreich

Politik
Grafenwöhr
21.04.2017
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Im Mehrgenerationenhaus helfen Jüngere den Älteren - aber auch umgekehrt. Ein Geben und Nehmen der Generationen mit gesellschaftlicher und sozialer Vorbildwirkung. Jetzt soll sich die Organisationsstruktur ändern.

Stricken, Klöppeln, Tanzen oder Turnen, Hutza-Abende, Familienfrühstücke, Vorträge, Ferienangebote und Jugendtreffs: Im Mehrgenerationenhaus in der Schulstraße ist immer was los. An Weihnachten verkündete Bürgermeister Edgar Knobloch stolz: "Die Einrichtung bleibt bestehen, die Finanzierung ist gesichert". Nach einem aufwendigen "Interessenbekundungsverfahren" hatte das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend grünes Licht für die Fortführung Grafenwöhrer Vorzeigeprojekts gegeben. Für das aktuelle Förderjahr stehen Bundesmittel in Höhe von 30 000 Euro zur Verfügung. 10 000 Euro beträgt der Eigenanteil der Stadt. Diesen Betrag möchte die Kommune mit einer Fifty-Fifty-Kostenteilung mit dem Freistaat weiter minimieren.

Der Bürgermeister wünscht sich die Angebote zu intensivieren. "Das Miteinander der Generationen ist uns wichtig", betonte er in der Stadtratssitzung. Mit Blick auf den demografischen Wandel sei ein noch stärkeres Zusammenspiel zwischen Alt und Jung geboten. Diese Aufgabe sei auch Baustein im Stadtentwicklungskonzept. Personelle Veränderungen im Bereich der Sozialen Stadt zwingen zum Handeln. Bei einer Ausschreibung habe es nur eine Bewerbung mit der Forderung nach einer Festanstellung gegeben. Für Knobloch wegen der komplizierten fördertechnischen Zusammenhänge nicht akzeptabel.

Das Mehrgenerationenhaus effektiver organisieren: das versprechen sich Bürgermeister und Stadtrat mit einem Trägerwechsel. Geplant ist die Kooperation mit dem erlebnispädagogischen Dienstleister "LearningCampus" aus Trabitz. Am Donnerstag präsentierte Geschäftführer Dr. Benjamin Zeitler Überlegungen zur Übernahme. Als freier Träger der Jugendhilfe bietet "LearningCampus" auch Teamtrainings, Schulbetreuung und Ferienfreizeiten. Neu ist die Zusammenarbeit mit Kommunen zur Betreuung von Wald-Kindergärten.

Dem Gremium zeigte der Geschäftsführer Möglichkeiten neuer Tätigkeitsfelder für das Mehrgenerationenhaus auf. Zeitler gab zu: "Wir wollen das Rad nicht neu erfinden." Dennoch sah er bei einer Trägerschaft durch den Verein weitere Entfaltungsmöglichkeiten, etwa durch Informationsfahrten, den Aufbau von Netzwerken und Runde Tische zur Einbindung von ehrenamtlichen Kräften.

Besonderen Wert legt Zeitler bei einer Übernahme der Trägerschaft auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vereinen. Der Geschäftsführer versicherte: "Wir wollen nicht Menschen austauschen, sondern alle Beteiligten einbinden". Dieses Angebot klang auch für Gerhard Mark vernünftig. Dem Vorsitzenden des Stadtverbandes ist das gute Einvernehmen zwischen einem neuen Träger und den Vereinen wichtig. Interessant nannte Thomas Schopf das angedachte Kooperationsmodell und verwies auf gelungene Projekte, wie zum Beispiel in Garching.

Timo Schön und Helmuth Wächter dagegen empfahlen, weitere Trägermodelle zu prüfen und schlugen eine Ausschreibung vor. "Dann können wir in Ruhe überlegen". Für Knobloch keine Alternative. "Wir brauchen einen regionalen Anbieter, der aus Erfahrung gut ist". Hannes Färber interessierte die Finanzierung. Diese werde durch einen "bunten Blumenstrauß" staatlicher und kommunaler Förderung und durch Elternbeiträge, je nach Projekt gesichert, erklärte Dr. Benjamin Zeitler.

Der Bürgermeister verwies auf einen Beschlussvorschlag in Form einer Absichtserklärung. Damit sei noch kein Auftrag verbunden. Sinnvoll hielt Zeitler einen Trägerwechsel zum Jahresbeginn 2018. Bei zwei Gegenstimmen beschloss das Gremium, den Bürgermeister mit weiteren Verhandlungen zu beauftragen.
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