Baausschuss debatiert Schulfassade
Logo fällt durch

(Foto: do)
Politik
Grafenwöhr
04.05.2016
201
0
Grafenwöhr: Grund- und Mittelschule |

Für die neue Grund- und Mittelschule fehlt ein i-Tüpferl. Für die Schulleitung steht fest: ein kunstvolles Logo wäre das Richtige, um der neuen Schulfassade Glanz zu verleihen. Doch unerwartete Hürden machen die Idee zum Problem. Das ärgert den Bauausschuss.

Die Grund- und Mittelschule steht vor der Fertigstellung. Anerkennend sagen viele Grafenwöhrer: "Super schaut's aus." Und auch drinnen ist alles gerichtet, was sich Pädagogen, Eltern und Kinder wünschen. Da fehlt nur noch ein Schullogo. In der Bauausschusssitzung warben Rektor Gerhard Götzl und sein designierter Nachfolger Thomas Schmidt für eine Zeichnung des Berufskünstlers Matthias Zängerlein. Der Profi war schon vor 16 Jahren für die Schule tätig. Im April 2000 staunten die Grafenwöhrer über die Werke Zängerleins. "Auch die 400 Schulkinder waren eingebunden", erinnert sich Götzl.

Das prägnanteste Bild der damaligen Ausstellung wurde zum Schatz der Schule. Während der Bauphase eingelagert, kommt das Kunstwerk nun zu neuen Ehren. Es soll als Vorlage für das Logo dienen. Der Schulleiter schwärmte in der Bauausschusssitzung von dem "Brückenbild" als Identifikationsmerkmal. "Ein Sinnbild, prägnant und von hohem Wiedererkennungswert", so Götzl.


Die Schulleiter Gerhard Götzl und Thomas Schmidt favorisieren das Kunstwerk von Matthias Zängerlein. Im Bauausschuss kam es nicht an. Bild: do

Schon bisher auf den Briefköpfen der Schule, wünscht sich der Rektor die überarbeitete Form an der Schulfassade. Götzl schilderte die Beziehung des Logos zur Schule und zur Stadt. Einer Gemeinde mit Brückenfunktion, in der Menschen verschiedenster Herkunft zusammenleben. Auch eine geeignete Stelle hat der Rektor im Blick - die nördliche Seitenansicht der Turnhalle. Götzl unterlegte den Vorschlag mit Bildmarken in Farbe und in Schwarz-Weiß.

Die Farbgebung führte in eine Diskussion, fast alle Ratsmitglieder meldeten sich zu Wort. Bürgermeister Edgar Knobloch verwies mit Blick auf eine Fassadenänderung auf die Urheberrechte der Architekten. Das Büro Brückner & Brückner sei nur mit einer Schwarz-Weiß-Gestaltung einverstanden, um den Farbcharakter der Fassade nicht zu beeinträchtigen. Dagegen argumentierte Gerhard Mark: "Ein farbiges Logo signalisiert Leben." Götzl warnte vor einem Verblassen der Farben. Zum besseren Verständnis empfahl Konrektor Schmidt, ein Test-Logo an die Wand der Turnhalle zu projizieren.

Am Standort zweifelte Thomas Schopf. "Von der Stadthalle kommend sehen viele das Bild nur im Rückspiegel." Schopf plädierte für eine Frontansicht. "Sonst schaut's aus wie in einer Abstellecke." Im Übrigen müsse es nicht unbedingt dieses Bild sein, es gebe auch andere schöne Elemente. Den Wunsch nach Farbe unterstützte Timo Schön. "Sonst schaut alles recht kalt aus." Dieser Meinung widersprach der Schulleiter: "Dann können wir gleich die Bautafel stehen lassen." Der Empfehlung von Thomas Weiß, das Signet zunächst an der Wand der Turnhalle zu testen, folgte ein Vorschlag von Josef Neubauer. Das Bauausschuss-Mitglied nannte die Vorlage unbefriedigend und sprach sich für eine "Skulptur" vor dem Haupteingang aus. "Ein Kunstwerk aus Metall und buntem Glas, das wär's."

Mit einer Farbglas-Gestaltung konnte sich auch Klaus Schmitsdorf anfreunden. Den vom Schulleiter favorisierten Logo-Vorschlag hielt er für zu komplex. "Viele Weltunternehmen machen sich das einfacher, warum also so kompliziert?" Bürgermeister Edgar Knobloch fasste zusammen: "Die Wenigsten wollen offenbar eine Wandzeichnung." Das "Corporate Design" bleibt deshalb in der Warteschleife. Künstler Matthias Zängerlein soll neue Ideen aus Metall, Glas und Farbe entwickeln.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.