Barbara Stamm beim Josefi-Frühschoppen der CSU Grafenwöhr
"Stamm-Würz-Rede"

In freier Rede begeisterte Landtagspräsidentin Barbara Stamm die Grafenwöhrer beim traditionellen Josefi-Frühschoppen. MdL Tobias Reiß gratulierte mit einer geschnitzten Figur des heiligen Josef aus dem Kloster Waldsassen. Charmant warb amtierende Bürgermeisterin Anita Stauber für die Wünsche der Stadt Grafenwöhr. Bild: do
Politik
Grafenwöhr
23.03.2016
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In freier Rede begeisterte Landtagspräsidentin Barbara Stamm die Grafenwöhrer beim traditionellen Josefi-Frühschoppen. MdL Tobias Reiß gratulierte mit einer geschnitzten Figur des heiligen Josef aus dem Kloster Waldsassen. Charmant warb amtierende Bürgermeisterin Anita Stauber für die Wünsche der Stadt Grafenwöhr. Bild: do

"Barbara Stamm ist die beliebteste Politikerin Bayerns", betonte zweite Bürgermeisterin Anita Stauber beim Josefi-Frühschoppen. Die Landtagspräsidentin wollte ihrem Ruf dann auch gerecht werden - sei es singend oder mit klaren Aussagen.

Gute Laune war angesagt, auch wenn der Josefstag seit dem Jahr 1968 kein gesetzlicher Feiertag mehr in Bayern ist. Dann wird eben am Sonntag darauf gefeiert, sagte sich die Grafenwöhrer CSU und kreierte einen Josefi-Frühschoppen.

Diesmal war es Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die die Josefs, Seppn und Josefas und selbstverständlich auch alle anderen Besucher in ihren Bann zog. Doch nicht nur sie begeisterte. Schon die charmante Begrüßung durch Anita Stauber machte Lust auf mehr als Weißwürste und Gerstensaft. Geschickt verstand es die zweite Bürgermeisterin, von den Vorzügen Grafenwöhrs zu überzeugen und Barbara Stamm mit den Anliegen und "Stimmungen" bei Gefechts- und Fluglärm nahe der Soldatenstadt vertraut zu machen.

Steckenpferd Familie


Zum allgemeinen Erstaunen begann der Ehrengast seine "Stamm-Würz-Rede" mit einem Lied: "Zum Namenstag viel Glück". Eine singende Präsidentin gibt es sonst nur beim Frankenfasching und bei der Eröffnung von Weinfesten. Dann erzählte sie leutselig von vielen Josefi-Traditionen und gratulierte einem freudestrahlenden Hans Römisch nachträglich zum 90. Geburtstag. Wenn der Ministerpräsident das Gesicht der Politik ist, so ist die Landtagspräsidentin deren Herz und Seele - das jedenfalls wird im Laufe des Vormittags deutlich. Und auch, warum Barbara Stamm so tickt: als Erzieherin, Mutter dreier Kinder und Mama einer "grünen" Landtagsabgeordneten (Tochter Claudia). Aber zu Hause werde immer getrennt zwischen Familie und Politik, verriet sie ein offenes Familiengeheimnis. Ihr besonderes Steckenpferd sei schon immer die Familie gewesen, erzählt die Rednerin, deren politische Karriereleiter zunächst bis in die Chefetage des Sozialministeriums reichte.

Familienfragen sind es auch, die Stamm in Grafenwöhr anspricht. Die Politik müsse besonders den jungen Familien Antworten geben, damit diese ihre Aufgaben wahrnehmen können, betont sie und outet sich als "flammende Befürworterin" des Betreuungsgeldes. "Verstärkt wollen sich viele junge Familien ihren Kindern widmen." Deshalb stehe der Staat in der Mitverantwortung, die Voraussetzungen für längere Eltern-Kind-Zeiten zu schaffen. Als selbstverständlich betrachtet die Landtagspräsidentin deshalb die Wahlfreiheit zwischen Betreuungsgeld und Krippenbetreuung. "Am meisten Geborgenheit findet das Kleinkind in der Familie", weiß sie aber aus eigener beruflicher und familiärer Erfahrung.

Durchaus kritisch


Kritisch beleuchtet Barbara Stamm die Globalisierungswelle. Eine "Entschleunigungs-Strategie" der Menschen wäre hilfreicher, sagt sie. Die "Koste-was-es-wolle"-Mentalität sei eine zweifelhafte Antwort auf die heutige Lebensweise. Welche Fragen die CSU-Familie bewegen, darauf gab Stamm nicht zuletzt als stellvertretende Parteivorsitzende klare Antworten. "Wir stehen zur Kanzlerin", erklärte sie und forderte einen Vertrauensvorschuss für das Ergebnis des Flüchtlingsgipfels. Die Unterstützung sei aber nicht uneingeschränkt. "Einer Türkei, die Menschenrechte mit Füßen tritt und dennoch reich belohnt wird - da dreht es einem den Magen um."

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß urteilte: "Keiner lebt die Werte des heiligen Josef besser nach als die Landtagspräsidentin." Symbolik hatte deshalb sein Geschenk: Reiß überreichte Stamm eine geschnitzte Figur des heiligen Josef aus Waldsassen. Vom Gastgeber gab es interessante Lektüre: Gerhard Mark, CSU-Vizechef und Vorsitzender des Stadtverbands, hatte das Truppenübungsplatz-Buch von Gerald Morgenstern im Gepäck. Das Schlusswort gehörte einem Sepp: Die Weißwürste warteten schon, als Josef Neubauer "den Senf zu die Würst'" lieferte.
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