Bauausschusssitzung Grafenwöhr
Kino, Bäume und Insekten

Mitten durch die Stadt fließend entwickelte sich das Umfeld des Thumbachs zu einer Natur- und Landschaftsidylle (unser Bild). Tribut fordert nun der Hochwasserschutz. Da und dort werden wohl Bäume und Buschwerk weichen müssen, um mit Wasserbausteinen mehr Uferschutz zu gewährleisten, gab Bürgermeister Edgar Knobloch in der Bauausschusssitzung bekannt. Bild: do
Politik
Grafenwöhr
06.10.2016
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Nun sind auch Ameisen in den Grünanlagen der Stadt schützenswert. "Wenn schon die Sandgrasnelke, dann auch die Ameise", argumentierte Klaus Schmitsdorf (Die Linke) in der Bauausschusssitzung. Vielleicht waren solche Einlassungen auch der dünnen Tagesordnung geschuldet.

Nur drei Bauanträge, ein paar Informationen des Bürgermeisters und einige Wünsche aus der Ratsmitte bestimmten den kurzen öffentlichen Teil der Sitzung im Grafenwöhrer Rathaus.

Die größte Investition, über die der Bauausschuss diskutierte, kostet der Stadt keinen Cent. Dem Gremium lag eine Bauplanung der US-Army zur Nutzungsänderung des ehemaligen Kinos im Camp Aachen vor. Das Gebäude soll zur Konferenzhalle mit Multimedia-Ausstattung werden. Im sogenannten Kenntnisgabeverfahren signalisierte das Gremium Einverständnis.

Bauausschuss on Tour


Keine Einwände gab es auch zum Bauantrag von David Dobmann. Der Bauherr plant in der Nähe des Gründerzentrums die Errichtung einer automatischen Waschstraße für Kraftfahrzeuge. Ein Beschluss war nicht zu fassen, weil das Bauvorhaben den Vorgaben des Bebauungsplanes entspricht. Dobmann erhält die Zustimmung der Stadt im Freistellungsverfahren. Anders verhält es sich bei den Erweiterungsabsichten der Firma Wöhrl GmbH in Hütten. Weil als Sonderbau eingestuft, erteilte der Bauausschuss dem Bauantrag zur Vergrößerung der Maschinenhalle im Genehmigungsverfahren die formelle Zustimmung.

Als Nachbar informierte die Gemeinde Trabitz die Stadt Grafenwöhr über ihr Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes und eines Bebauungsplanes. Hintergrund ist die Ausweisung von sechs Bauparzellen in der Ortschaft Preißach. Als benachbarter Träger öffentlicher Belange nahmen die Räte "zustimmend Kenntnis".

Auf Reisen geht Bürgermeister Edgar Knobloch demnächst mit den Sprechern der im Stadtrat vertretenen Fraktionen. Die Besichtigungsfahrt führt zu Schulkomplexen mit neuen Pausenhöfen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sollen in die Planung des Pausenhofes der Grafenwöhrer Grund- und Mittelschule einfließen.

Kein "Niederwalzen" mehr


Als Hochwasserschutzmaßnahme schlägt das Wasserwirtschaftsamt entlang des Thumbachs die Herausnahme von Baumwuchs vor, teilte der Bürgermeister mit. Folgen sollen Uferbefestigungen mit Wasserbausteinen. Thomas Schopf (FWG) empfahl, bei dieser Gelegenheit auch eine Säuberungsaktion gegenüber der Ochsenhut-Einfahrt. Helmuth Wächter (SPD) hielt Nachbesserungen im Bereich des Kollermühlweges und des Fürstenweiherdammes für zweckmäßig. Der Wasserzweckverband 3. Ordnung werde sich um die Säuberung kümmern, versprach Knobloch.

Eine Lanze für Ameisenkolonien brach Klaus Schmitsdorf (Die Linke). An der Straßeneinmündung Bahnhofstraße/Pressather Straße entdeckte er Ameisenhaufen. Er kritisierte das "Niederwalzen" durch Mäharbeiten des Bauhofes. "Wenn wir schon die Sandgrasnelke schützen, dann sollte Grafenwöhr auch was für die Ameisen übrig haben", bemerkte er.

Gleichstromtrasse: "Abwarten"Ein bedächtiges Herangehen an das Thema der Gleichstromtrasse empfahl zum Schluss des öffentlichen Teils Bürgermeister Edgar Knobloch. "Wir sollten in aller Ruhe abwarten, bis der Stromnetzbetreiber Tennet die Detailkarten vorlegt." Erst dann mache eine Beratung Sinn. Derzeit gebe es nur eine Grobplanung in 1000-Metern-Bändern. Knobloch berichtete von vier möglichen Trassen. Nur eine davon tangiere die Stadt Grafenwöhr im Bereich der bestehenden Hochspannungsleitung an der Ochsenhut in Richtung Gmünd. "Im Rahmen von sogenannten Antragskonferenzen werden die Feinplanungen konkreter", bemerkte der Rathauschef.

Die Informationen nahmen einige Räte zum Anlass, schon im Vorfeld der Detailplanung ihre persönliche Bewertung zur Trassenführung abzugeben. Thomas Schopf (FWG) warnte vor Beeinträchtigungen bei der Stadtentwicklung. "Eine Trasse in der Nähe von Grafenwöhr lehne ich deshalb ab." Die grundsätzliche Bereitschaft zur Erdverkabelung hielt Klaus Schmitsdorf (Die Linke) für begrüßenswert. Es sei besser, alle Strommasten aus der Landschaft verschwinden zu lassen. Helmuth Wächter (SPD) urteilte: "Wir haben schon genug Einschränkungen." Wächter schlug eine Resolution nach dem Vorliegen genauer Unterlagen vor. (do)
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