Brücke und Wehr nicht mehr sicher
Wehranlage über Haidenaab baufällig

Eine Wehranlage mit Flutkanal schützt die Hüttener bei Hochwasser vor den Fluten der Haidenaab. Doch der alte Betonbau ist marode. In der jüngsten Bauausschusssitzung stellten Planer und Wasserbauer des Wasserwirtschaftsamts deshalb ihre Vorplanung zum Bau eines neuen Wehrs vor, das bei einem bestimmten Wasserstand das Hochwasser in einen Flutkanal ableitet. Auch die Haidenaab-Brücke im Hintergrund im Unterhalt der Stadt bedarf zumindest einer gründlichen Untersuchung.
Politik
Grafenwöhr
05.02.2016
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Im Viererteam von links mit Marcell Kroll, Andreas Ettl und Alois Fischer (Wasserwirtschaftsamt) und Markus Münchmeier (Planer) stellten die Wasserbauexperten im Bauausschuss die Planung für den Umbau der Wehranlage vor. Bilder: do (2)

Gefahren und Risiken von Hochwässern zu vermindern, gehört zu den Hauptaufgaben der Wasserwirtschaft. Im Grafenwöhrer Ortsteil Hütten kümmert sich das Weidener Amt um die Sicherheit der Wehranlage.

Hütten. Die Haidenaab, ein Gewässer erster Ordnung, kann zum reißenden Fluss werden. Fachleute errechneten eine Abflussmenge bis zu 167 Kubikmeter je Sekunde. Mit einem natürlichen Rückhalt, mit Vorsorge und technischen Maßnahmen schützen die "Wassermänner" den Grafenwöhrer Ortsteil vor den Hochwassergefahren.

Doch an der alten Wehranlage bei der Straßenbrücke der Hüttener Hauptstraße nagt der Zahn der Zeit. Das Bauwerk entspricht nicht mehr den technischen Anforderungen. Ihren Hauptzweck, Hochwasser über den dort beginnenden Haidenaab-Flutkanal abzuleiten, erfüllt er zwar noch immer. Doch Andreas Ettl, Baurat beim Wasserwirtschaftsamt Weiden, gab in der Bauausschusssitzung des Stadtrat unverblümt zu: "Die Wehranlage ist baufällig." Zeit zum Handeln, befanden die Männer der Wasserwirtschaft, die als Trio mit Fachbereichsleiter Andreas Ettl, Abteilungsleiter Alois Fischer und Marcell Kroll zur Ratssitzung angereist waren. Im Gefolge der Experten war auch Markus Münchmeier vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Erbendorf.

Der Tiefbauplaner erläuterte dem Gremium den Vorentwurf, beleuchtete fünf Varianten, verwies auf den Grundsatz eines wartungsarmen Bauwerks und kam in einer Abwägung zum Ergebnis, möglichst auf Mauerwerke zu verzichten und eine raue Rampe in Schüttsteinbauweise vorzuschlagen. Münchmeier hob bei der Planvorstellung die naturnahe Gestaltung des neuen Bauwerks hervor und plädierte für eine ausreichend große Schwellenlänge, um zusätzlichen Aufstau zu verhindern und die Fließgeschwindigkeiten und Schubspannungen gering zu halten. Bewusst verzichtet der Planer auf bewegliche Verschlüsse, um die neue Anlage unterhaltsarm und wartungsfrei zu gestalten. Der Diplom-Ingenieur erläuterte seine "Improvisationen" mit Bildern und Planskizzen.

Baurat Ettl ergänzte die Ausführungen mit Hinweisen zum Planungsstand und informierte über derzeit laufende naturschutzrechtliche Untersuchungen und die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung. Im Untersuchungskatalog enthalten ist auch eine Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeitsprüfung. Nach Abschluss der Untersuchungen folgte das Planfeststellungsverfahren. Auf Anfrage nannte der Wasserbauexperte eine Bauzeit von circa drei bis vier Monaten. Zu rechnen sei mit einer Realisierung 2017. Alleiniger Kostenträger der auf etwa 300 000 Euro geschätzten neuen Wehranlage ist der Freistaat. Weitere Infos versprach Ettl beim Planfeststellungsverfahren.

Unabhängig vom Projekt des Wasserwirtschaftsamts sieht Bürgermeister Edgar Knobloch Handlungsbedarf beim Brückenbauwerk über die Haidenaab. Für die Brücke sei die Stadt unterhaltspflichtig. Aufschluss über deren Zustand und eventuelle Sanierungsmaßnahmen soll eine Untersuchung durch Brückenbauexperten bringen. Für ein gemeinsames Bauvorhaben sah Ettl keine Möglichkeit. Ein möglicher Sanierungsbedarf der Brücke sei gesondert festzustellen und auszuschreiben.
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