Großes Interesse an der PTS-Schule
Roter Teppich für neue Schule

Politik
Grafenwöhr
19.02.2016
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Eine Schule für Pharmazeutisch Technische Assistenten (PTA) im Landkreis: Der Plan kommt vor allem im Westen gut an. Neben Eschenbach bringen sich hier auch Neustadt am Kulm und Grafenwöhr ins Standortspiel. Ein nicht ganz unwesentlicher Akteur tritt aber auf die Bremse.

Neustadt am Kulm/Grafenwöhr. Eschenbach ist vorgeprescht, aber Grafenwöhr und Neustadt lassen sich von der recht detaillierten Bewerbung für die PTA-Schule (wir berichteten) nicht entmutigen. Edgar Knobloch kann sich die Schule jedenfalls immer noch gut in Grafenwöhr vorstellen. Der Bürgermeister sagt aber auch: "So weit wie Eschenbach sind wir noch nicht." Es gebe noch Gespräche zu führen, unter anderem mit dem Landrat.

Mit dem Michaels-Werk


Klar sei, dass die Stadt bei der Bewerbung mit dem Sankt-Michaels-Werk kooperieren möchte. "So können wir die passende Räume bieten." Dies gelte für die Schule wie für die Unterbringung der Schüler, die auch von weiter her kommen sollen.

Die Rolle des Außenseiters im Rennen um die Schule fällt der Kulmstadt zu. Umso motivierter geht Bürgermeister Wolfgang Haberberger das Projekt an. Die Regierung der Oberpfalz habe Mittel aus der Städtebauförderung zugesagt, wenn die Stadt eine sinnvolle Folgenutzung fürs Schulhaus findet. "Und was ist für ein leerstehendes Schulhaus sinnvoller, als wieder eine Schule einzurichten?" Dass sich die Räume eignen, hat Ideengeber Josef Weilhammer nach einem Besuch bereits bestätigt. "Es wären keine Umbauten nötig. Nur die Ausstattung fehlt", habe der Chef der Weidener Berufsschule bestätigt.

Entscheider mit Mut


Die Voraussetzungen in Neustadt seien vorhanden, sagt Haberberger. Er wünsche sich nun, dass die Entscheider den Mut aufbringen, ein Zeichen für den ländlichen Raum zu setzen. "Wir schimpfen gerne auf München, weil dort alles zentralisiert wird, aber im Kleinen machen wir es genauso." Die PTA-Schule müsse nicht in einem Schulzentrum untergebracht sein. Auch das Argument aus Eschenbach, mit Wirtschaftsschulen-Chef Thomas Reitmeier stehe schon ein Schulleiter parat, lässt Haberberger nicht gelten. Er übernimmt es sogar für seine Schule: "Herr Reitmeier könnte die Schule auch leiten, wenn sie in Neustadt untergebracht ist."

Vor allzu großer Euphorie warnt allerdings der Landrat - und zwar alle Interessenten. Andreas Meier betont zwar, dass der Landkreis Neustadt/WN die Weilhammer-Pläne positiv sieht, warnt aber gleichzeitig vor zu "großen Hoffnungen" (siehe Kasten). Wie Knobloch ist sich Haberberger dieser Unwägbarkeiten bewusst. "Aber wenn die Entscheidung für die Schule fällt, dann steht Neustadt am Kulm Gewehr bei Fuß."

Planung ganz am AnfangDie Planungen für die Schule stehen am Anfang, betont Landrat Andreas Meier. Er weist deshalb nochmals darauf hin, dass die Abfrage bei den Kommunen keine Entscheidung für die PTA-Schule bedeute. Zuvor sind verschiedene Punkte zu klären. Meier nennt den dauerhaften Bedarf für den Ausbildungszweig: "Können tatsächlich die 20 angedachten Plätze pro Jahr sicher besetzt werden?" Fördermöglichkeiten seien ebenso unklar wie die Einrichtungskosten und das zu erwartende Defizit , das der Träger auszugleichen hätte.

Dass dieser Träger der Landkreis sein muss, möchte Meier nicht bestätigen. "Ich denke nicht, dass der Landkreis als Träger einer Einrichtung auftreten wird, die von Anfang an nur mit hohen, jährlichen Defiziten aufrecht erhalten werden könnte."

Der Landkreis werde in aller Ruhe das Konzept prüfen. "Wir würden eine Schule begrüßen und auch unterstützen, wenn sie bedarfsnotwendig und zukunftssicher ist und finanziell kein Fass ohne Boden darstellt." (wüw)

Und was ist für ein leerstehendes Schulhaus sinnvoller, als wieder eine Schule einzurichten?Wolfgang Haberberger, Bürgermeister von Neustadt am Kulm

So weit wie Eschenbach sind wir noch nicht.Edgar Knobloch, Bürgermeister von Grafenwöhr
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