Kein Visum für die Tochter
Lieber Brief ohne Antwort

Ina und Vanessa Mack wünschen sich nichts sehnlicher, als dass Dasha zu Besuch kommt.
Politik
Grafenwöhr
31.03.2016
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Vanessa Mack vermisst ihre Schwester. Die lebt in der Ukraine, wo es ihr auch gut gefällt. Nur besuchen würde sie Vanessa und Mama Ina Mack in Grafenwöhr hin und wieder gerne. Aber die Botschaft in Kiew sagt nein.

Ina Mack versteht es einfach nicht: Ihre Tochter Dasha lebt in der Ukraine und würde Mama und Schwester in Grafenwöhr gerne besuchen - aber sie darf nicht. "Zuletzt war meine Tochter 2007 bei mir. Seitdem bekommt sie kein Visum", erklärt Ina Mack. Sie selbst lebt seit zwölf Jahren in Grafenwöhr. Im Jahr 2004 hatte sie in der Ukraine ihren heutigen Mann kennengelernt und zog mit ihm in seine Oberpfälzer Heimat. Es gefällt ihr in Grafenwöhr, sie spricht inzwischen gut deutsch, arbeitet als Altenpflegerin im Seniorenheim in Gmünd. Nur die große Tochter fehlt Ina Mack sehr.

Denn Dasha blieb damals bei den Großeltern im ukrainischen Enakievo. Oma Olga hat Tochter Ina seither immer wieder in Grafenwöhr besucht. "Es gab dabei nie Probleme", sagt Ina Mack. Die Aus- und Einreise sei ohne Schwierigkeiten verlaufen. "Ich verstehe nicht, weshalb es bei Dasha nicht klappt." Wenn sie ihre Tochter sehen will, muss sie selbst in die Ukraine reisen. Wegen des Bürgerkriegs werde dies aber immer schwieriger. Vor allem ihre jüngere Tochter Vanessa möchte sie nun nicht mehr mit in die alte Heimat nehmen, sie sieht ihre große Schwester deshalb gar nicht mehr.

Besonders schmerzhaft war dies für die Neunjährige im vergangenen Jahr im Mai. Ihre Erstkommunion sollte ein Fest für die ganze Familie werden. Auf ein Familienmitglied musste Vanessa aber verzichten: Dasha durfte nicht kommen. Dabei hatte Vanessa einen Brief geschrieben, der selbst ein Diplomaten-Herz erweichen hätte müssen. "Von der deutschen Botschaft in Kiew gab es aber nur ausweichende Antwort", sagt ihre Mutter, die solche Reaktionen gewohnt ist. Manchmal reagiere die Botschaft gar nicht auf Anfragen.

Ina Mack sagt, dass sie alles getan habe, die Voraussetzung für ein Visa sind erfüllt. Zuletzt versicherte sie im Dezember 2014 mit einer Verpflichtungserklärung, dass Dasha in die Ukraine zurückkehren wird. Das habe die auch vor, die mittlerweile 26-Jährige sei in der Ukraine verwurzelt und wolle nicht weg aus ihrer Heimat. Nur besuchen möchte sie Mutter und Schwester in Deutschland ab und an.

Im Landratsamt Neustadt verweist man auf die Zuständigkeit des auswärtigen Amtes für Visa-Angelegenheiten. Andrea Fürnrohr könne lediglich über den Ablauf informieren: Zunächst sei eine formelle Einladung beziehungsweise eine Verpflichtungserklärung nötig. Weshalb es im Falle Ina Mack nicht funktioniert, weiß man in Neustadt auch nicht. Vom Auswärtigen Amt in Berlin gab es bis zum Donnerstag noch keine Reaktion zu dem Fall.
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