Kommadowechsel bei der US-Armee
Von Grafenwöhr nach Hawaii

Brigadegeneral Christopher G. Cavoli, der Kommandeur des Gemeinsamen Multinationalen Trainingskommandos (JMTC) der US-Armee in Grafenwöhr, wechselt als Divisionskommandeur nach Hawaii. Bild: paa
Politik
Grafenwöhr
11.07.2016
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Grafenwöhr: Garnison Grafenwöhr |

Hawaii ist für viele Oberpfälzer ein Traumziel, so wie für viele Amerikaner auch. Allerdings gibt es dort kaum Schnee. US-Brigadegeneral Christopher G. Cavoli musste deshalb seinem Buben versprechen, selbst dann zum Skifahren zu gehen, wenn nur wenige Zentimeter fallen.

Grafenwöhr/Vilseck. Hawaii, sagt der Kommandeur des Gemeinsamen Multinationalen Trainingskommandos (JMTC) der US-Armee in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN), dürfte der einzige Ort sein, an den man von Bayern aus gehen könne. Schließlich gilt für US-Soldaten auch der Freistaat als Traumziel. Und für die Familie Cavoli, mit ihrer Liebe zu den Alpen und ihren Wurzeln in Italien, war Bayern eben das. Nun übernimmt der Brigadegeneral Anfang August von Generalmajor Charles A. Flynn die Führung über die 25. US-Infanteriedivision auf Hawaii. Auf die Pazifikinsel nimmt Cavoli nach zwei Jahren in der Oberpfalz nicht nur seine Familie mit, sondern einen zweiten Generalstern. Mitte Mai bestätigte der US-Senat in Washington seine Beförderung zum Generalmajor.

Zurück zu den Wurzeln


Unter dem Kommando von Brigadegeneral Cavoli sind die Ausbildung und die Übungen auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels (Kreis Neumarkt) neu ausgerichtet worden. Weg von der Vorbereitung für die Anti-Terror- und Stabilisierungseinsätze im Irak und Afghanistan hin zur klassischen Landes- und Bündnisverteidigung. "Die Ereignisse in Europa haben das nur beschleunigt", sagt er beim Gespräch mit unserer Zeitung in seinem Büro in der Garnison Grafenwöhr mit Blick auf die Spannungen im Osten. Lange vor der Ukraine- und Krim-Krise hatte die Nato diese Rückbesinnung beschlossen. Das Ziel war und ist es, die Fähigkeit zur militärischen Zusammenarbeit zu erhalten, die sich in Afghanistan entwickelt hatte.

Auf den Oberpfälzer Übungsplätzen wird deshalb wieder die konventionelle Kriegsführung geübt, was bei der Bundeswehr Gefecht der verbundenen Waffen heißt. Der Gegner sind nicht mehr irreguläre Truppen, sondern reguläre Verbände. Hohenfels und Grafenwöhr sind bestens dafür geeignet, macht der JMTC-Kommandeur deutlich.

In Grafenwöhr gebe es die besten Schießbahnen innerhalb des US-Heeres. Hohenfels biete ein hochentwickeltes Übungsgelände - auch dank der Investitionen von 100 Millionen Dollar. Die Truppenübungsplätze seien zentral in Europa gelegen, eine wichtige Bedingung für die multinationale Zusammenarbeit.

Diese hat sich verändert. Während früher auf Divisions-Ebene kooperiert wurde, reicht die Zusammenarbeit nun bis zur Kompanie-Ebene. Das erhöht die Anforderungen an die Soldaten, an die Abläufe und an die Technik. Die ersten beiden seien leichter zu trainieren, sagt Cavoli, am schwerstens sei es, die technischen Systeme aufeinander abzustimmen.

Übungen außerhalb der Truppenübungsplätze halte das US-Heer nur ab, wenn es absolut notwendig sei, macht der JMTC-Kommandeur deutlich. Das werde vom Bundesverteidigungsministerium geprüft und genehmigt. So sei für die Luftlandeübung im Frühjahr die Absprungzone im Übungsplatz Hohenfels zu klein gewesen. "Wir arbeiten hart, die Belastungen für die Bevölkerung möglichst gering zu halten", betont Brigadegeneral Cavoli. Schließlich seien die Deutschen Gastgeber und Nachbarn der US-Soldaten.

Am Freitag übergibt Brigadegeneral Cavoli das Kommando an seinen Nachfolger, Brigadegeneral Antonio A. Aguto. Dieser war von 2006 an bis 2009 Kommandeur der 4. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments in Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach). Mit der Schwadron war er von 2007 bis 2008 im Irak im Einsatz. Zuletzt war Aguto in Kandahar in Afghanistan. Er führte die Ausbildungs- und Unterstützungsmission der Nato im Süden des Landes.

Wechsel auch in Vilseck


Eine ganze Reihe von Kommandowechseln steht am Freitag auch in Vilseck beim 2. US-Kavallerieregiment an. Oberst John V. Meyer III, der 78. Kommandeur des Verbandes, übergibt die Führung an Oberst Patrick J. Ellis. Er ist Absolvent des United States Army War College in Carlisle im US-Bundesstaat Pennsylvania. Zuvor kommandierte er das 3. Bataillon 75. Rangerregiment. Zudem wechseln die Führungen bei fünf der sieben Schwadrone der Kavallerieregiments, beim 3. und 4. sowie beim Artillerie-, Versorgungs- und Pionierschwadron.
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