Offene Ganztagsschule in Grafenwöhr
Kinder gut aufgehoben

Durchgängige Ganztagsangebote in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 zu einer offenen Ganztagsschule führen zu einer weiteren Stärkung des Schulstandortes Grafenwöhr. Davon sind Bürgermeister und Stadtrat überzeugt. Bild: do
Politik
Grafenwöhr
27.05.2016
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Bildung hat in Grafenwöhr Vorfahrt. Der Stadtrat legte in der jüngsten Sitzung ein klares Bekenntnis zur offenen Ganztagsschule (OGTS) ab. Das eindeutige Ja des Gremiums bezog sich auf die Einführung der OGTS für die Jahrgangsstufen 1 bis 4.

Bisher regelte eine Mittagsbetreuung der Gesellschaft zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration (gfi) und eine gebundene Ganztagsklasse das zusätzliche Bildungsangebot der Grundschule. Für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 bestanden im Schuljahr 2015/16 zwei offene Ganztagsklassen.

In der Stadtratssitzung stellte Bürgermeister Edgar Knobloch nun die Vorschläge der Schulleitung zur künftigen Entwicklung der Grund- und Mittelschule als offene Ganztagsschule vor. Bedarfsorientiert beinhalten die Anträge für das Schuljahr 2016/17 die Einrichtung von zwei Kurzgruppen mit einer Betreuungszeit von 11.15 bis 14 Uhr und drei Grundschul-Ganztagsgruppen mit Betreuungszeiten von 11.15 bis 16 Uhr. Zwei Ganztagsgruppen für Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 gewährleisten ein offenes Ganztagsmodell von 13 bis 16 Uhr.

Für den Grundschulbereich rechnet die Kämmerei mit einer städtischen Kostenbeteiligung von 26 500 Euro. Noch viel kostenintensiver ist die Beteiligung des Freistaates. Das Land Bayern zahlt pro Gruppe 28 200 Euro in den Jahrgangsstufen 1 und 2 und 23 700 Euro je Gruppe für Schüler der 3. und 4. Jahrgangsstufe. Bei derzeit 32 Anmeldungen wird für die voraussichtlich zwei zu bildenden Ganztagsgruppen im Mittelschulbereich eine städtische Jahrespauschale von 5500 Euro je Gruppe fällig. Die wesentlichen Kosten von fast 30 000 Euro je Gruppe übernimmt der Freistaat.

Mit dem Wegfall der Elternbeiträge werden auch die Schülereltern finanziell entlastet. Nur das Mittagessen bleibt kostenpflichtig. Die Betreuung der offenen Ganztagsschule soll wie bisher in den bewährten Händen der gfi liegen. Knobloch sprach von einer Stärkung des Schulstandortes Grafenwöhr und verwies auf eine Eilentscheidung in der Verantwortung des Rathauschefs, um die kurze Einreichungsfrist des Förderantrages beim Schulamt zu wahren. Auch im Nachhinein befürwortete der Rat die Einrichtung von insgesamt sieben offenen Ganztagsklassen einstimmig. (Stadtratssplitter)

Altstadtsanierung geht weiterJetzt kann die Stadt wieder in die Altstadtsanierung investieren. Die Mittelsperre der Regierung, verursacht durch den beabsichtigten Umzug der Verwaltung aus der Altstadt, ist aufgehoben. Bürgermeister Edgar Knobloch informierte den Rat über eine Rahmenbewilligung der Regierung der Oberpfalz in Höhe von 770 000 Euro. Die Gelder stammen aus dem Bund-Länder-Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" und sind zur Mitfinanzierung angemeldeter Altstadtprojekte und für das Sanierungsgebiet "Südstadt" bestimmt. (do)


StadtratssplitterDas gemeindliche Einvernehmen erteilte der Stadtrat für zwei Bauanträge . Mit einigen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes stimmte das Gremium einem Antrag von Diana Rauch für einen Wohnhausneubau in der Hauptstraße zu. Schon die vorausgehende Bauvoranfrage hatte das Landratsamt genehmigt. Auch zur Erweiterung eines Nebengebäudes am Marktplatz des Bauherrn Martin Müller gab es keine Bedenken. Zu genehmigen war auch ein Verzicht auf Abstandsflächen.

Der städtische Bauhof bekommt einen neuen Kommunaltraktor . Diese Entscheidung des Stadtrates gab Bürgermeister Edgar Knobloch bekannt. Der Beschluss wurde in nichtöffentlicher Sitzung gefasst. Den Auftrag erhielt die Firma KVN Kommunal-Technik. Das Unternehmen aus Fürth hatte das wirtschaftlichste Angebot unterbreitet. Daraus folgernd war die Stadt verpflichtet, der Firma KVN den Zuschlag zu geben, erklärte er. Für Hannes Färber ein Trauerspiel. Der Stadtrat der Linken bedauerte den mangelnden Mut des Stadtrats zu einer Vergabe an die örtliche Wirtschaft "und das wegen 1,5 Prozent!". Da habe es schon andere Beschlüsse gegeben, behauptete Färber.

Der alte Unimog des Bauhofes ist noch längst nicht abgeschrieben. Ein Verkauf komme derzeit nicht in Frage, gab Edgar Knobloch bekannt. Im Rahmen einer Patenschaft werde das Fahrzeug zu Lehrzwecken dem St. Michaels-Werk übergeben.

Stadt und Stadtrat, Schüler und Eltern, Pädagogen und die Bevölkerung dürfen sich auf ein großes Fest freuen. Bürgermeister Edgar Knobloch kündigte für Freitag, 22. Juli 2016, die Einweihung der neuen Grund- und Mittelschule an.

Aus "Wahrnehmungen" eines Anliegers der Neuen Amberger Straße berichtete Gerald Morgenstern (CSU). Der namentlich nicht genannte Anwohner bedauert mit Blick auf die Stadtratsdebatte zur Umgehungsstraße den Stillstand der Planungen. Selbst die begrüßenswerte Idee einer Verbindung vom Gründerzentrum zur B 470 und zwei Kreisverkehre seien nicht verwirklicht worden.

Zudem fordert der Anlieger wegen erheblicher Lärmbelastungen eine Sanierung des Bahnüberganges in der Neuen Amberger Straße. Als zuständig nennt der Beschwerdeführer die Straßenmeisterei und Building & Grounds. Beide Institutionen hätten bereits bei einer Besichtigung im April 2015 die Notwendigkeit lärmmindernder Eingriffe festgestellt.

Josef Neubauer (CSU) lässt nicht locker. Auch nach einer für ihn unbefriedigenden Stellungnahme des derzeitigen Verwaltungsratsvorsitzenden der Vereinigten Sparkassen, Eschenbachs Bürgermeister Peter Lehr, hält Neubauer die Kontoführungsgebühren für ungerecht. Der Gmünder nennt sie "eine Abzocke ärmerer Kunden".

Stein des Anstoßes ist eine Gebühr von 9 Euro monatlich bei bestimmten Kontomodellen. "Ich fordere ein alternatives Gebührenmodell, das die Lasten sozialgerechter an die Kunden verteilt und obere Einkommensgruppen angemessen einbezieht."

Indirekte Schützenhilfe erhält Josef Neubauer vom Oberbürgermeister der Landeshauptstadt: Die Argumente des Münchener Oberbürgermeisters Dieter Reiters gleichen denen Neubauers. Auch OB Reiter fordert von der Münchner Stadtsparkasse eine sozial ausgewogene Gebührenstruktur. (do)
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