Pensionierter US-General Mark Hertling warnt vor Donald Trump
Offiziere dürfen unrechtmäßige Befehle des Milliardärs verweigern

Generalleutnant Mark P. Hertling war zuletzt Kommandeur des USHeeres in Europa. Seit 2013 ist er in Pension. Archivbild: uax
Politik
Grafenwöhr
06.03.2016
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Der pensionierte amerikanische Drei-Sterne-General Mark P. Hertling hat den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump scharf kritisiert. Der ehemalige Kommandeur des US-Heeres in Europa warf dem Milliardär vor, er wolle unmoralische Befehle geben. Im amerikanischen Fernsehsender CNN sagte Hertling, sollte Trump auch als Präsident darauf bestehen, wegen der Terrormiliz IS im Irak alles zu bombardieren, würde es in den Streitkräften Massenkündigungen geben.

In einem Beitrag für die Homepage des Senders, für den Hertling als Experte für Sicherheitspolitik arbeitet, verschärfte er seine Kritik. Hertling, der im Laufe seiner 37 Jahre beim US-Heer auch Kommandeur in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) war, schreibt, es hätte ihn erschreckt, was er von diesem Kandidaten gehört habe, ohne Trump namentlich zu nennen. Der Milliardär hatte Folter, wie etwa Waterboarding gerechtfertigt. Hertling macht deutlich, dass jeder amerikanische Soldat, wenn er von der zivilen Führung illegale Befehle erhalte, das Recht habe, diese infrage zustellen und notfalls zu verweigern.

Zwar schwächte Trump inzwischen seine Aussagen ab und versprach, er werde als Präsident niemals das Militär bitten, das Recht zu missachten. Doch Hertling hält dem entgegen, er hätte dessen Absichten schon beim ersten Mal erkannt.

Hertling vertrat auch in seiner aktiven Zeit nachdrücklich seine Meinung. Als Kommandeur des US-Heeres in Europa sprach sich der General in Interviews gegen den von US-Präsident Barack Obama angeordneten Abzug zweier schwerer US-Heeresbrigaden aus Deutschland aus - vergeblich. Hertling schied zum 1. Januar 2013 aus dem Heer aus. Im September 2013 holte ihn Obama als Berater in seine Kommission für Fitness, Sport und Ernährung.

Cruz rückt näherGegenwind für den umstrittenen republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump: Ted Cruz hat am Samstag die Vorwahlen in den US-Staaten Kansas und Maine mit klarem Vorsprung gewonnen. Trump gewann in Louisiana und in Kentucky. In den vergangenen Tagen hatten führende Republikaner massiv Stimmung gegen ihn gemacht. Der große Verlierer am Samstag war der republikanische Senator Marco Rubio aus Florida: Er brachte es bei den vier Vorwahlen der Konservativen nicht einmal auf einen zweiten Platz. Bei den Demokraten schlug Bernie Sanders Ex-Außenministerin Hillary Clinton in Nebraska und Kansas deutlich. Clinton wiederum setzte sich in Louisiana gegen den 74-Jährigen durch. (dpa)
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