Rektor Gerhard Götzl stellt Raumkonzept für Grundschulgebäude vor

Ein Abbruch der alten Schule oder deren Fremdnutzung stand in der Bauausschusssitzung nicht zur Debatte. Über den Umfang der Sanierungsarbeiten gab es allerdings geteilte Meinungen, die bis zum "Hirngespinst" reichten.
Politik
Grafenwöhr
03.02.2016
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Das alte Volksschulgebäude wird auch künftig für Bildungszwecke benötigt, sind sich Schulleiter Gerhard Götzl (rechts) und sein Stellvertreter Thomas Schmidt einig. Bilder: do (2)

Das alte Grundschulgebäude wird weiter benötigt, sagte am Montagabend Rektor Gerhard Götzl im Bauausschuss. Bei einer Vorstellung des künftigen Raumkonzepts ließ er keinen Deutungsspielraum.

Der Schulleiter begegnete mit der Formulierung Spekulationen über einen Abbruch der alten Schule oder einer Fremdverwendung. "Gedankengänge in dieser Richtung sind Phantastereien."

Ein Raumkonzept über die künftige Verwendung des mächtigen Bauwerks sollte dem Gremium Einblick geben über ergänzende räumliche Erfordernisse in der Zukunft. "Im neuen Schulgebäude stoßen wir schon jetzt an räumliche Grenzen", urteilten der Schulleiter, mit ihm sein Stellvertreter Thomas Schmidt. Ihr Credo an die Verantwortlichen der Stadt: "Gebt keine Räume her, weil riesiger Bedarf auf die Kommune zukommt."

"Stoßen an Grenzen"


Der Chefpädagoge der Grund- und Mittelschule erläuterte Verwendungsmöglichkeiten und Notwendigkeiten auch nach dem Umzug ins neue Schulgebäude. Götzl richtete seinen "geschulten" Blick zunächst auf das Untergeschoss des Gebäudes, monierte den Zustand der Toilettenanlage, erinnerte an weitere Räume für die Mittagsbetreuung und gab den Antrag der Schule bekannt, im Kellergeschoss eine offene Ganztagsschule einzurichten.

Im Erdgeschoss sah der Rektor weitere Verwendungsmöglichkeiten wegen derzeitiger Mehrfachbelegungen und meldete Bedarf für Beratungs-, Lese- und Streitschlichtungszimmer an. Es mache auch Sinn, Flächen für die Berufsbegleitung und die Berufsorientierung vorzuhalten und den Materialraum zu erweitern. Götzl sprach von einer Sechsfach-Belegung mancher Zimmer. Weiteren Raumbedarf wünschte er sich für Profilklassen, sonderpädagogische Fördermaßnahmen, einen Seminar- und den Speiseraum. "Auch hier stoßen wir an Grenzen." Die Bibliothek befinde sich im Aufschwung - Konsequenz: zusätzlicher Flächenbedarf.

Im ersten Obergeschoss verwies Götzl auf Parallelbelegungen beim Werk- und Handarbeitsunterricht und spekulierte über einen Mehrbedarf bei Ethik durch den Anstieg der Asyl- und Flüchtlingskinder. Götzl sah Flächenbedarf für den Schulsozialpädagogen und für Lesepaten. Zu den Stichwörtern gehörten Überlegungen zur gebundenen Ganztagsschule und Mittagsbetreuung.

Auch das zweite Obergeschoss, schon bisher eine Fläche für den EDV-Unterricht, sah Götzl nicht als künftige Leerstandsfläche. "Wir brauchen Platz für unsere internen Lern-Programme." Verwendung könnten die Räume auch für eine Registratur, für Kreativprogramme und als Ausweichraum für die Volkshochschule und weitere externe Anbieter finden. Es fehle ferner ein Proben- und Prüfungsraum.

Denkbar sei eine Eingliederungsklasse für Flüchtlinge oder Fördermaßnahmen. Als "Zukunftsidee" bezeichnete Götzl Lernwerkstatt und Schülerfirma. Er verwies auf die positive Entwicklung der Geburtenzahlen. "Sollte es im nächsten Jahr wieder zu drei ersten Klassen kommen, müssen wir Klassen ins alte Gebäude verlagern." Götzl sah die Nutzung und die Generalsanierung der alten Schule als große Chance. "Dann lebt Grafenwöhr paradiesisch."

Kein Beschluss


Den Vortrag des Schulleiters sah Bürgermeister Edgar Knobloch als Informations- und Diskussionsgrundlage. Erst ein offizielles Raumplanungskonzept gebe Aufschluss über weitere Maßnahmensschritte. Eine Projektprüfung empfahl auch Götzl. Die Sorge über "ein Fass ohne Boden" ergab sich aus den Diskussionsbeiträgen (siehe Kasten) . Zu einem konkreten Beschluss kam es nicht. Den sah die Tagesordnung auch nicht vor.

DiskussionsbeiträgeÄußerte sich Gerald Morgenstern vorsichtig "es wird immer bloß erweitert, denken wir doch auch einmal ans Sparen", zeigte sich Thomas Schopf verwundert über "einige Hirngespinste": "Paradiesische Verhältnisse müssen auch bezahlt werden." Der FW-Sprecher zeigte sich über die Wünsche über vier Etagen bei annähernd gleicher Schülerzahl erstaunt. Als weiteres Problem nannte er teure Brandschutzauflagen bei einer bevorstehenden Generalsanierung. Aus der Diskussion über eine zeitgerechte Toilettenanlage sei nun ein Forderungskatalog für das ganze Haus geworden, kritisierte Schopf und warnte vor dem Öffnen eines riesigen Fasses.

Auf die Euphorie-Bremse trat auch der Bürgermeister . "Wir wollen derzeit nur das Unansehnliche korrigieren", bemerkte er zu den WC-Zuständen. Eine Generalsanierung des alten Schulhauses liege in weiter Ferne, dämpfte Knobloch eine mögliche Erwartungshaltung. Zur Debatte stehe aber ein Raumkonzept. Auch SPD-Sprecher Thomas Weiß relativierte: "Wir wollen keine Millionen ausgeben." Wichtig seien eine zeitgemäße Verbesserung der hygienischen Verhältnisse und die räumliche Erweiterung bezüglich der aktuellen Betreuungsformen.

Josef Neubauer warnte vor einem falschen Zungenschlag. Der Schulleiter habe glaubhaft auf weiteren Raumbedarf hingewiesen. Mit der Bemerkung "das sind keine Phantastereien" stellte sich Neubauer vor Götzl und empfahl einen umgehenden Auftrag für ein Raumprogramm. Diese Meinung vertrat auch Timo Schön. "Unsere Schule ist unsere Zukunft", sagte der SPD-Mann. Die Kosten seien zweitrangig. (do)
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