Stadtratssitzung Grafenwöhr
Schönheitskur für Hütten

"Unser Dorf soll schöner werden": Das wünschen sich die Hüttener. Einen ersten Schritt tat am Donnerstagabend der Stadtrat mit der Genehmigung des Vorentwurfs zur Dorferneuerung. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Aufwertung des Dorfplatzes (unser Bild). Bild: do
Politik
Grafenwöhr
23.05.2016
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Unser Dorf hat Zukunft. Davon sind die Hüttener überzeugt. Und schöner soll es auch werden. Deshalb war das Interesse an einem Konzept zur Dorfsanierung groß. In der Stadtratssitzung stellte der Eschenbacher Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer nun das Ergebnis in Form eines Vorentwurfs vor.

/Hütten. Bis zu 24 Besprechungsteilnehmer je Versammlung lassen erkennen, wie stark das Interesse an einem schmucken Ortsteil ist, berichteten Bürgermeister Edgar Knobloch und der Planer übereinstimmend. Formell nannte Hannes Oberndorfer die Besprechungen "Bürgerbeteiligung" mit einem Grundseminar in der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart und sechs weiteren Zusammenkünften im Gasthaus Schönberger. Die Ergebnisse des Hüttener Wunschkatalogs stellte der Planer unter Berücksichtigung aller gesellschaftlichen und sozialen Aspekte nun dem Stadtrat vor.

Aus den Wünschen der Einwohner wurde eine Grobplanung, erklärte Oberndorfer. Im Mittelpunkt des Gestaltungsvorschlags steht ein attraktiver Dorfplatz. "Flächen für den Gemeinschaftsbedarf" nannte der Diplomingenieur sein Konzept zur Aufwertung der Ortsmitte. Als Einzelbeispiele nannte Oberndorfer einen gläsernen Pavillon als Informationspunkt und Buswartestelle, eine einladende Grünflächengestaltung, eine Spielfläche für Kleinkinder, eine Elektro-Säule und den Einbau einer Halterung für den Christbaum. Im Vorentwurf eingezeichnet sind ferner neue Bushaltestellen und Straßenleuchten. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen sind Bestandteil der Planungen.

Zum weiteren Sanierungskonzept gehören Verbesserungen im Umfeld der St. Laurentius-Kirche. "Die Wertigkeit des Baudenkmals lädt zur Aufwertung des Umfeldes ein", urteilte Oberndorfer. Unter anderem denkt der Planer an eine Geländeabsenkung um circa 50 Zentimeter. Damit verbunden ist die Errichtung einer kleinen Stützmauer. Vorgesehen ist ferner ein barrierefreier Zugang zum Kirchlein. Zu den Hüttener Wünschen gehören auch die Freilegung eines historischen Schöpfbrunnens, Verbesserungen im Vorbereich der Felsenkeller in der Steinfelder Straße, die räumliche Veränderung des Containerstandortes und der Bau eines Geh- und Radweges zwischen Hütten und Hütten-Sand.

In der folgenden Diskussion nannte Stadtrat Gerhard Mark (CSU) das Projekt im Vergleich zu anderen Maßnahmen ein Schnäppchen. Nur an der Notwendigkeit einer Stützmauer vor dem Kirchlein St. Laurentius zweifelte der Hüttener. Zusammenfassend urteilte Mark: "Die Meinungen der Dorfbewohner finden sich in der Vorplanung wieder." Die Empfehlung von Timo Schön (SPD), doch noch wegen der Klärung einige Feineingriffe eine Bürgerversammlung einzuberufen, begegnete der Bürgermeister mit der Feststellung: "Die Abstimmung mit den Hüttenern in sieben Zusammenkünften war intensiv, das muss doch reichen." Nun gelte es, das Konzept spätestens bis 31. Mai ins Antragsverfahren zu bringen. Mark empfahl, Kleinigkeiten während der Bauphase flexibel zu lösen. Während Klaus Schmitsdorf (Die Linke) zum Gasgeben riet, machte sich Gerald Morgenstern (CSU) Sorgen über sichere Busverbindungen. Eine Abstimmung mit Regional-Bus-Ostbayern (RBO), den US-Schulbussen und den weiteren Busunternehmern hielt Morgenstern für unabdingbar.

Eine Kostenbeteiligung wird den Anwohnern der Baumaßnahme voraussichtlich kein Kopfzerbrechen bereiten: Knobloch verneinte auf Anfrage von Schön eine Beitragspflicht der Anlieger. Einschließlich der Baunebenkosten rechnet der Planer mit Gesamtkosten von 508 000 Euro. Mit Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung hofft die Stadt auf eine Förderung aus dem EU-Programm zur Unterstützung des ländlichen Raumes (ELER). Die Vorplanung billigte der Rat einstimmig. Bürgermeister Knobloch wünscht sich ein zügiges Genehmigungsverfahren. Dann könnte die Baumaßnahme noch in diesem Jahr beginnen.
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