Strong Europe Tank Challenge
Leoparden räumen in Grafenwöhr ab

Das Übungsszenario sieht vor, dass die Kette des Kampfpanzers vom Typ Abrams M1A2 beschädigt ist. Also heißt es für alle anpacken, damit es bald wieder weitergeht. Bild: paa
Politik
Grafenwöhr
16.05.2016
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Grafenwöhr: Truppenübungsplatz |

Ein Sieger stand für US-Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges schon vor Abschluss des Panzerwettbewerbs "Strong Europe Tank Challenge" auf dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) fest: die transatlantische Allianz. Am Ende sollte sich der Oberkommandierende des US-Heeres in Europa auch mit seinem Hinweis auf den hohen Punktstand der Deutschen schon am zweiten Tag des Wettbewerbs Recht behalten.

Ein Zug der 3. Kompanie des Gebirgspanzerbataillons 8 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf) gewann mit dem Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A6 den ersten derartigen Wettbewerb seit vor 25 Jahren zum letzten Mal in Grafenwöhr der Schießwettbewerb "Canadian Army Trophy" (kanadischer Armee-Pokal) ausgetragen wurde. Die 3. Kompanie ist in Friedenszeiten dem Panzerbataillon 104 in Pfreimd unterstellt.

Beim "Panzerwettbewerb Starkes Europa" ging es nicht nur ums Schießen. Die Soldaten mussten weitere Fähigkeiten beweisen, etwa die Versorgung Verletzter oder wie schnell sie die Hindernisbahn überwinden. "Es steht nicht die Maschine im Mittelpunkt, sondern der Mann in der Maschine", sagte Hodges am Rande seines Besuchs des Wettbewerbs, der zum Wochenende endete.

Während für die Soldaten vor allem der Erfolg im Vordergrund stand, ging es den Ausrichtern darum, die Zusammenarbeit zu stärken. Mit Blick auf den Warschauer Nato-Gipfel im Juli, wo die Allianz die Strategie der Abschreckung stärker betonen will, sagte Hodges: "Man muss kontinuierlich üben, man muss Zeit und Geld in Übungen investieren, um die bestmögliche Truppe zur Abschreckung zu haben."

Alte Fähigkeiten neu lernen


Der US-General erinnerte daran, dass alte Fähigkeiten wieder gelernt werden müssten, Fähigkeiten die weder im Irak noch in Afghanistan benötigt worden seien - etwa das richtige Tarnen der Panzer. Ein US-Unteroffizier berichtete, ihnen hätte das Aufspannen der Tarnnetze über den Panzern wegen des Windes zunächst Probleme bereitet. Die Übung fehlte.

Eingeladen hatten das US-Heer zum Wettbewerb, der von der Bundeswehr mitveranstaltet wurde, alle europäischen Länder außer Weißrussland und Russland, sagte US-Oberstabsfeldwebel David Glenn. Er bedauerte, dass einige ihre Zusage wieder zurückgezogen haben. Die USA hatten zwei Teams zu je vier Kampfpanzer vom Typ Abrams M1A2 entsandt. Alle anderen Nationen nur eines. Die Plätze zwei und drei hinter den Deutschen belegten Dänemark und Polen. Sie setzen den Leopard 2A5 ein, die Pfreimder den Leopard 2A6. Die Italiener beteiligten sich mit dem Kampfpanzer Ariete am Wettbewerb, die Slowenen mit dem M-84, einer jugoslawischen Weiterentwicklung des russischen T-72.

Beobachter in Startlöchern


Im nächsten Jahr könnten es mehr Teilnehmer werden. Die Pressestelle des deutsch-niederländischen Korps bekundete auf Twitter das Interesse des Verbandes, mit einem gemischten Team aus Niederländern und Deutschen teilzunehmen. Die US-Seite hofft, dass Tschechen und Ungarn, die dieses Mal absagen mussten, 2017 dabei sind. Offensichtlich war auch, dass die Beobachter aus Schweden, Österreich, Kanada und Portugal zu Hause empfehlen wollen sich nächstes Jahr zu beteiligen. Aber das ist eine Entscheidung die deren Regierungen vorbehalten ist.

Eine Teilnahme der neutralen Länder Schweden und Österreich wäre angesichts der Spannungen zwischen Nato und Russland sicher ein besonderes politisches Signal.
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