Stützpunkt des US-Heeres in Grafenwöhr: amerikanische Armee verdoppelt Panzer und Fahrzeuge
Noch mehr US-Panzer nach Grafenwöhr

Russland stellt die größte Bedrohung für unsere nationale Sicherheit dar.
Politik
Grafenwöhr
13.07.2015
950
0

Russland ist wieder an die erste Stelle der Länder gerückt, von denen sich die USA bedroht fühlen. Das hat Folgen für Grafenwöhr, den größten Stützpunkt des US-Heeres in Europa.

Die amerikanische Armee verdoppelt die Zahl der in Europa bereitgestellten Panzer und Fahrzeuge für Truppen aus Übersee. Nach den bisherigen Planungen sollten bis Ende des Jahres Panzer, Fahrzeuge und Ausrüstung für eine schwere Brigade in Europa stationiert werden, ein Teil auch in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN). Nun soll die Ausrüstung für eine weitere Brigade, zwischen 3500 und 5000 Soldaten, nach Europa verlegt werden. Das Material wird in den USA wegen der Reduzierung der Zahl der Heeressoldaten um 40 000 nicht mehr benötigt, teilte das Heer mit.

Die Fahrzeuge und die Ausrüstung werden in Grafenwöhr und in Mannheim, wo die US-Armee die Rückgabe eines Kasernengeländes an die Bundesrepublik verschiebt, sowie in den baltischen Staaten, in Polen, in Rumänien und Bulgarien eingelagert. In Grafenwöhr soll für 51 Millionen Dollar nächstes Jahr neue Fahrzeugwartungshallen gebaut werden.

Vom Truppenabbau bleibt Europa verschont. "Dem Heer ist es gelungen, weitere Einschnitte zu vermeiden", teilte das Oberkommando des US-Heeres in Europa auf Anfrage unserer Zeitung mit. Allerdings hatte die Armee noch Ende April mitgeteilt, dass rund 1900 Soldaten aus den Garnisonen in Ansbach-Katterbach und Illesheim abgezogen werden. In Europa würden dauerhaft rund 30 000 Soldaten verbleiben, heißt es nun. Allein ein Drittel ist in der Oberpfalz stationiert. Die Truppen, die bleiben, "entsprächen den notwendigen Kräften, um die strategischen und kollektiven Sicherheitsanforderungen zu erfüllen".

Der scheidende US-Generalstabschef, General Raymond T. Odierno, kündigte nun im Gespräch mit der US-Zeitung "Wall Street Journal an", künftig nicht mehr nur eine Brigade, sondern eine Division für Übungen in Europa abzustellen. Zunächst soll diese Aufgabe die 4. US-Infanteriedivision aus Fort Carson im US-Bundesstaat Colorado übernehmen. Bei dem Großverband, der derzeit ein Hauptquartier in Grafenwöhr zur Unterstützung der US-Übungen in Europa unterhält, war diese Entscheidung erwartet worden.

Russland vor China

Erst am Donnerstag hatte der designierte Generalstabschef, General Joseph Dunford, vor der Bedrohung durch Wladimir Putin gewarnt. "Russland stellt die größte Bedrohung für unsere nationale Sicherheit dar", sagte er bei der Anhörung zu seiner Berufung vor dem Verteidigungsausschusses des US-Senats. Die Atommacht könne die Souveränität von Verbündeten verletzen und sei eine "existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten". Das Verhalten Moskaus bezeichnete er als "alarmierend". Erst an zweiter Stelle nannte Dunford China und an Dritter Nordkorea, weil dessen Raketen die USA erreichen könnten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.