Tank Challenge in Grafenwöhr
Pfreimder Gebirgsjäger siegen

Zwei Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A6 aus Pfreimd rollen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr Richtung Schießbahn 118. Vorneweg läuft auf dem Parkplatz immer ein Soldat. Bild: paa
Politik
Grafenwöhr
17.05.2016
1979
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Grafenwöhr: Truppenübungsplatz |

Im Naabtal kommt das Edelweiß normalerweise nicht vor. Dennoch brachte die Alpenblume den Pfreimder Panzersoldaten Glück. Schließlich tragen sie einige am Barett.

Grafenwöhr/Pfreimd. Das Panzerbataillon 104 aus Pfreimd ist der Gewinner des ersten Panzerwettbewerbs "Strong Europe Tank Challenge" auf dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN). Der Charlie-Zug der dritten Kompanie des Gebirgspanzerbataillons 8, der in Friedenszeiten dem 104er unterstellt ist, setzte sich gegen Panzerzüge aus Polen, Dänemark, Slowenien, Italien und den USA durch.

Das US-Heer, zusammen mit der Bundeswehr Gastgeber des ersten derartigen Wettbewerbs in Grafenwöhr seit 25 Jahren, hatte zwei Teams je vier Panzer entsandt. Alle anderen nur eines. Die Plätze zwei und drei belegten Dänemark und Polen. Sie setzten den Leopard 2A5 ein, die Pfreimder den Leopard 2A6, das US-Heer den Abrams M1A2 SEP, die Italiener den Ariete. Während in diesen Panzern je vier Mann saßen, waren es im M-84 der Slowenen nur drei. Dieser Panzer ist eine jugoslawische Weiterentwicklung des T-72.

Die Pfreimder waren nicht nur Teilnehmer. Sie betreuten die Aufgabe "Offensive Operation" auf der Schießbahn 117, eine der acht Stationen. Das Besondere: Die Panzerbesatzungen mussten auf deutsche Zielscheiben schießen. Diese sind kleiner als die meist auf dem Übungsplatz verwendeten amerikanischen, machte Oberstleutnant Oliver Lotze, der stellvertretende Bataillonskommandeur deutlich, als er am Mittwoch dem Oberkommandierenden des US-Heeres Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges und dessen Delegation und Gästen die Aufgabenstellung der von den 104ern geleiteten Station erläuterte.

Nicht nur schießen


Anders als vor 25 Jahren, als zum letzten Mal in Grafenwöhr der Schießwettbewerb "Canadian Army Trophy" ausgetragen wurde, mussten die Panzerbesatzungen vergangene Woche auch andere Aufgaben erfüllen, unter anderem Schießen mit ihren jeweiligen Handfeuerwaffen, einen Hindernisparcours mit 13 Hürden bewältigen und die Versorgung von Verwundeten üben. Für alles gab es Punkte. Am Ende hatten die Pfreimder am meisten.

Aus der Oberpfalzkaserne waren rund 120 Soldaten für zwei Wochen auf dem Truppenübungsplatz, darunter das Wettkampfteam, mit vier Kampfpanzern vom Typ Leopard 2A6 sowie zwei Ersatzmannschaften mit ihren Panzern. Die Besatzungen waren erfahrene Soldaten und solche, die erst seit Jahresbeginn im "Auto" sitzen, wie der Panzer im Soldatenjargon genannt wird. Sie hatten sich in den vergangenen Monaten auf den Wettbewerb vorbereitet. Das Geheimnis des Erfolgs lüftete Oberfeldwebel Tim Walter bei der Siegerehrung. Es war der offene Austausch in der Mannschaft. "Ohne Teamarbeit kannst Du nicht gewinnen."

Mit Bataillonsgefechtsstand


Weitere Pfreimder Soldaten waren in der Betreuungseinrichtung eingesetzt und auf der Schießbahn 117. Dort zeigte das Panzerbataillon 104 etwas, was es zwar noch nicht haben sollte, aber bald haben wird: einen Bataillonsgefechtsstand. Anders als früher, dient nicht der Befehlspanzer vom Typ M577 als Basis, sondern vier Unimogs.
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