US-Drohnen über der Oberpfalz
140 Stück in Grafenwöhr und Hohenfels

Ein US-Soldat startet in der Provinz Ghazni in Afghanistan eine Drohne vom Typ "Puma". Drei Stück dieses Typs sind nach Angaben der Bundesregierung in Hohenfels stationiert. Bild: US-Armee/Michael J. MacLeod
Politik
Grafenwöhr
15.02.2017
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Faszination oder Gefahr von oben - Drohnen werden widersprüchlich bewertet. Das gilt besonders wenn sie vom Militär betrieben werden. Nun gibt es von der Bundesregierung neue Zahlen zu den US-Drohnen in der Oberpfalz.

Grafenwöhr/Hohenfels. Auf den US-Truppenübungsplätzen Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) und Hohenfels (Kreis Neumarkt) sind mehr als 140 Drohnen der US-Streitkräfte stationiert. Dabei handelt es sich um unbemannte Luftfahrzeuge, die sowohl auf Sicht als auch jenseits des Blickfelds des Drohnenpiloten gesteuert werden können. "Nach Kenntnis der Bundesregierung betreiben die US-Streitkräfte keine UAS (Unmanned Aircraft Systems, unbemannte Flugsysteme) in der Oberpfalz, die von außerhalb Deutschlands über eine Relaisstation gesteuert werden", heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag zum Thema "Militärische Drohnen in deutschen Lufträumen", die unserer Zeitung vorliegt.

Drei Typen in Oberpfalz


Laut Bundesregierung sind derzeit drei Typen von US-Drohnen in der Oberpfalz stationiert: Raven, Shadow und Puma. Die Typen dienen zur Aufklärung und werden hauptsächlich auf Brigadeebene eingesetzt. Die Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 1. Februar. Die Drohne vom Typ Hunter ist in der Liste nicht aufgeführt. Sie sollte vor vier Jahren auf Wunsch der amerikanischen Streitkräfte nicht nur über den beiden US-Übungsplätzen fliegen, sondern auch in zwei eigens ausgewiesenen Luftkorridoren zwischen den Übungsplätzen Hohenfels und Grafenwöhr überführt werden. Gegen die US-Pläne gab es heftigen Widerstand in der Oberpfalz. Die Pläne wurden dann ausgesetzt und die Luftkorridore nicht genutzt. Daran hat sich nach Auskunft der Bundesregierung nichts geändert.

Zur Ursache des Absturzes einer US-Drohne vom Typ "Shadow" im November 2014 über dem Truppenübungsplatz Hohenfels konnte die Bundesregierung noch keine Auskunft geben. "Der Abschlussbericht zu den Untersuchungen durch die zuständigen US-Behörden wurde angefordert, liegt der Bundesregierung jedoch noch nicht vor", heißt es.

Spätestens jetzt muss die Bundesregierung die Notbremse ziehen und das neu geschaffene Luftfahrtamt der Bundeswehr mit Untersuchungen zum Absturz beauftragen.Andrej Hunko (Linke), Bundestagsabgeordneter

Der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko (Linke) kritisiert, die Informationspolitik der US-Armee als inakzeptabel und fordert. "Spätestens jetzt muss die Bundesregierung die Notbremse ziehen und das neu geschaffene Luftfahrtamt der Bundeswehr mit Untersuchungen zum Absturz beauftragen."

Die Shadow ist 3,4 Meter lang, hat eine Spannweite von 4,3 Metern, ist bis zu 200 Stundenkilometer schnell und kann bis zu neun Stunden in der Luft bleiben. Von der bis zu 170 Kilogramm schweren Drohne sind laut Bundesregierung acht Stück in Grafenwöhr stationiert. Die gut zehn Kilogramm schwere Raven gilt als Rucksackdrohne. Sie kann aus der Hand gestartet werden. Die Raven hat eine Reichweite von bis zu 10 Kilometern und eine Flugdauer von 90 Minuten. Die Drohnen ist 90 Zentimeter lang, 2 Kilogramm schwer und hat eine Flügelspannweite von 1,3 Metern. Ihre Geschwindigkeit beträgt 30 Stundenkilometer. Von diesem Typ sind in Grafenwöhr 120 und in Hohenfels 9 stationiert.

Start aus der Hand


Eine weitere Drohne, die ebenfalls aus der Hand gestartet werden kann, ist die Puma. Von ihr sind in Hohenfels 3 Stück stationiert. Die Drohne ist 1,4 Meter lang, knapp 6 Kilogramm schwer und hat eine Flügelspannweite von 2,8 Metern. Sie kann bis zu 2 Stunden in der Luft bleiben, bei einer Geschwindigkeit von 37 Stundenkilometern und einer Reichweite von 15 Kilometern.
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