Waldbegehung in Grafenwöhr
Grüne Menschenfreude

Die Betreuung des Grafenwöhrer Stadtwaldes durch die Bayerische Forstverwaltung ist in guten Händen. Davon überzeugten sich Bürgermeister Edgar Knobloch (Dritter von links) und der Stadtrat bei einer Waldbegehung in kompetenter Begleitung durch Stadtförster Martin Gottsche (Zweiter von links) und Forstdirektor Moritz Neumann (links). Bild: do
Politik
Grafenwöhr
09.04.2016
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Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, beschreibt eine Redensart mangelnde Durchblicke. Das kann dem Grafenwöhrer Stadtrat nicht passieren. "Sein" Stadtwald genießt hohe Wertschätzung.

Der Baumbestand ist für das Gremium mehr als Holz. Fachkundig begleitet machte sich der Rat bei einer Begehung in der Waldabteilung Bierlohe ein Bild seines grünen Schatzes. Die Wälder haben eine riesige Schutzfunktion und sie dienen den Erholungssuchenden. Darauf wies auch Stadtförster Martin Gottsche hin, als er Bürgermeister Edgar Knobloch und seinen Ratsdamen und -herren den Zustand des Grafenwöhrer Stadtwaldes erläuterte. Martin Gottsche urteilte: "Der Wald ist in den Köpfen der Menschen positiv besetzt." Das gelte auch für die Wälder der Soldatenstadt.

Martin Gottsche und mit ihm die staatliche Forstverwaltung hat sich die nachhaltige Walderhaltung als Ziel gesetzt. Eine zukunftsweisende Bewirtschaftung müsse darauf ausgerichtet sein, heute die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Wald auch noch in 100 Jahren seine unverzichtbaren Funktionen erfüllen könne. Der Wald sei nicht nur Holz als wichtigster und umweltfreundlicher und nachwachsender Rohstoff, meinte der Forstamtsrat. Der Wald sei auch Luftfilter, Trinkwasserspeicher, Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen und wichtiger Erholungsraum für die Menschen. Eine grüne Menschenfreude eben.

Gottsche legte beim Rundgang besonderen Wert auf Hinweise zu einer integrierten Waldbewirtschaftung. Darunter versteht der Forstmann in Zeiten des Klimawandels einen vorsichtigen Umbau der circa 140 Hektar großen Waldfläche im Eigentum der Stadt. In seiner Ist-Analyse verwies er auf die Dominanz der Kieferbewirtschaftung. Die bringe zwar Geld in die Stadtkasse, sei aber auf Dauer mit Blick auf klimatische Veränderungen nicht zukunftsfähig.

Die Gegenstrategie der Forstexperten ist nicht mehr neu. Mischwaldbewirtschaftung lautet das Rezept. Auch Gottsche verwies auf entsprechende Anstrengungen, den Stadtwald langfristig in einen Mischwald umzubauen. "Die Vielfalt machts", bemerkte Gottsche. Sich auf eine Baumart zu verlassen, wäre zu kurz gedacht. Sein Ziel: mindestens 30 Prozent Laubanteil in den Stadtwald zu bringen. Als Vorteile eines nachhaltigen und giftfreien Umbaus nannte er auch eine Verbesserung der Humusbildung, die Minderung von Brandgefahren und eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Auch der Erholungswert steige, urteilte der Forstexperte und verwies vor Ort auf den Walderlebnispfad. Zur Bestandssanierung laufe ein Förderantrag, verriet der Kommunalförster und Bürgermeister Edgar Knobloch ergänzte, zum im kommenden Jahr geplanten Waldkindertages den Erlebnispfad mit weiteren Attraktionen zu bestücken.

Weitere Themen15.100 Euro Reinertrag

Themen der Waldbegehung waren ferner Informationen zur Naturverjüngung, Fördermöglichkeiten und die Vermarktung des Wertobjektes Holz.

Ein Trostpflaster gab es für die Selbstwerber. Für Interessenten aus der Stadt werde weiterhin Brennholz zugeteilt. Der Ster Kiefernholz kostet zwölf Euro. Voraussetzung für eine Zuteilung sei der Nachweis eines Sägekurses.

Im Sitzungssaal des Rathauses ergänzte Martin Gottsche seine Ausführungen mit den Zahlen des Jahresbetriebsplanes und des Nachweises für 2015. Der Forstamtsrat informierte über umfangreiche Neupflanzungen, über Zaunbauten und Jungwuchspflege und bilanzierte für Grafenwöhrs Stadtwald nach Abzug aller Investitionen, Ernte-, Pflege-, Kultur- und Betriebskosten einen Reinertrag von 15 100 Euro.

Ein Bericht über die Vorstellung des neuen Forstbetriebsplanes durch Forstdirektor Moritz Neumann folgt.
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