33. Wanderung 2016 des OWV-Rothenstadt führt durch Grafenwöhr
Gute Aussichten und viel Bewegung

Vermischtes
Grafenwöhr
29.08.2016
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Die 29 "Wurzelstolperer" des OWV-Rothenstadt halten sich mit einer Wanderung pro Woche fit. Die jüngste Wanderung führte durch Grafenwöhr. Das Bild entstand auf der Naturbühne am Schönberg. Bilder: rgr (2)

Strahlend blauer Himmel deutete auf gutes Wanderwetter hin. Neben dieser optimalen Voraussetzung erfuhren die 29 Senioren-Wurzelstolperer des Oberpfälzer Waldvereins (OWV) Rothenstadt Wissenswertes bei der 33. Wanderung durch Wald und Fluren von Grafenwöhr.

Der Grafenwöhrer Toni Wittmann erwies sich als wunderbarer Fremdenführer, der seine Wurzelstolperer-Kollegen beim Gasthaus "Stich'n" begrüßte. Von dort aus marschierten die Teilnehmer durch das Kirchgassl zur Mariä-Himmelfahrtskirche, die Türlgasse, zur restaurierten Alten Stadtmauer aus Sandstein und weiter zum Naturschutzgebiet Schönberg.

Die Wanderer staunten über die Grafenwöhrer Naturbühne. Sie entstand aus dem 1920 aufgelassenen Sandsteinbruch. Beeindruckt waren sie auch von den großen Sandsteinformationen. Die Naturbühne wurde von Grund auf revitalisiert, weil die Stand- und Absturzsicherheit nicht mehr gewährleistet waren, 2015 wurde sie wiedereröffnet. Erst vor einer Woche konnten die Besucher dort dem ukrainischen Knabenchor "Mukachevo" lauschen.

Gegenseitige Hilfe


Vom Schönberg aus führte die Wanderung zum ebenfalls naturgeschützten Annaberg mit seinem Felsenkeller. Beim "Torschuster"-Keller lud Wittmann seine Wanderfreunde zu einem kellerfrischen Bier ein, verbunden mit einer kurzen Kellerführung. Am Annaberg gibt es 19 Felsenkeller mit circa 95 Kellerräumen, die bis 38 Meter tief in den Berg hineinführen. "Einige Nutzer lagern im Herbst Kartoffeln in kleinen Mengen ein, die noch im Frühjahr bei sieben Grad knackig frisch sind", wusste Wittmann. Die Entstehung der Keller geht auf die Jahre von 1736 bis 1812 zurück. Sie wurden als Bier- oder Kartoffelkeller sowie zur Lebensmittellagerung und als Luftschutzräume am Ende des Zweiten Weltkriegs genutzt.

Die Wurzelstolperer wanderten in Richtung Gößenreuth auf Teilstrecken des OWV-Gründerweges und auf dem neu ausgewiesenen ersten permanenten IVV-Rundwanderweg für Senioren. Er wurde von den Grafenwöhrer Wanderfreunden geplant und so ausgebaut, dass er für alle Jahreszeiten immer wieder reizende Ausblicke bietet. Über den Lohweg, Schafweg und die Sandfurtbrücke ging es zum "Alten Kircherl" in die Wolfgangsiedlung. Nach einer kurzen Besichtigung und Besinnung wanderten die Teilnehmer weiter zu den vier Bierlohweihern und zum "Birka" am Johannisfeuerplatz.

In diesem Bereich staunten die Ausflügler über die Ausblicke bei Sonnenschein. Die Blicke erreichten die Altstadt, den Wasserturm, den Kirchenturm der Friedenskirche, den Bleidornturm im Truppenübungsplatz, den Ossinger bei Königstein, die vier Windräder bei Creußen, den neuen Kirchenturm der Newtown am Netzaberg, den Rauhen Kulm, den Ochsenkopf und Schneeberg, den Funksender am Judenberg, den Armesberg mit dem Waldecker Schlossberg und zuletzt die etwa 30 Kilometer entfernte Kösseine im Fichtelgebirge.

Jede Woche unterwegs


Zur letzten Station führte der Wanderführer Wittmann die 15 treuen Wanderer der A-Gruppe in den aufgelassenen Steinbruch in der Felsmühlstraße. Den steilen Abstieg hinunter bis zur Steinbruchsohle meisterten die Wurzelstolperer mit gegenseitiger Hilfe. Immerhin liegt das Durchschnittsalter der Wanderer bei 72 Jahren. An der leicht überhängenden circa 18 bis 20 Meter hohen Felswand ist die Entstehung des Sandsteinfelsens als Ablagerungsgestein abzulesen. Die Sande, aus denen der Fels entstanden ist, wurden vor etwa 250 Millionen Jahren durch Flüsse abgelagert. Ihre Quellgebiete hatten sie im Osten bis Südosten. Vor mehr als 120 Jahren begann man, die harten Buntsandsteine zu brechen. Diese wurden für öffentliche Gebäude, für private Hauskeller und ab 1909 bis 1915 für Gebäude im neu entstandenen Truppenübungsplatz verwendet - auch für den Fundamentsockel des Wasserturms. Die letzten Sandsteine wurden 1957/58 für die Gruft (Grab Christi) am Annaberg gebrochen. "In Kürze wird der Steinbruch als Geotop ausgewiesen, da bereits eine Schautafel aufgestellt ist", erklärte der 75-jährige Wanderführer.

Die Wanderer waren in zwei Gruppen eingeteilt. Toni Wittmann führte die rund elf Kilometer lange Strecke, Gerhard Mühln übernahm die Führung der 7,5 Kilometer. In "Stich'ns"-Biergarten beendeten die Männer und Frauen die Wandertour bei einem gemeinsamen Mittagessen. Dort bedankte sich Wittmann beim Hauptwanderführer und Rudelführer Schorsch Kick aus Rothenstadt. Er erarbeitet die exakten Wanderpläne für die 52 Wanderungen, die die Wanderer pro Jahr unternehmen.
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