"4-319th" gedenkt seiner gefallenen Soldaten
Ehre bis über den Tod hinaus

David Prasnicki, (rechts) der Vater des gefallenen Oberleutnants, war zur Ehrung seines Sohnes eigens aus den Staaten angereist. Bataillonskommandeur Oberstleutnant David Pasquale (links) und seine Soldaten benannten den Konferenzraum nach Oberleutnant Stephen Prasnicki, der im Juni 2012 in Afghanistan sein Leben verloren hatte.
Vermischtes
Grafenwöhr
09.09.2016
41
0

Das zehnjährige Bestehen des "4-319th" war nicht nur mit einer Feier verbunden. Die Soldaten gedachten ihrer gefallenen Kameraden auf besondere Art.

/Kirchenthumbach. Das 10. Jubiläum war für das 4. Bataillon des 319. US-Luftlande-Feld-Artillerie-Regiments Anlass, die gefallenen Helden zu ehren. Nach Specialist Justin Hebert wurde das Paradefeld vor dem Bataillonsgebäude und nach Oberleutnant Stephen Prasnicki der Konferenzraum benannt. Der Vater des gefallenen Oberleutnants sowie zivile und militärische Ehrengäste wohnten der Feier bei.

"König der Herde" ist der Beiname der "4-319th". Ins Jahr 1917 geht die Gründung des 319. Feldartillerieregiments zurück, das bereits im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingesetzt war. In der Neuzeit kämpfte das Bataillon im "Globalen Kampf gegen den Terror" auch im Irak und in Afghanistan. 2006 wurden die Skysoldiers in dieser Art als "4th Bataillon 319th Airborne Field Artillery Regiment" in den damaligen Warner Barraks im Bamberg aufgestellt.

Auftrag der Fallschirmspringer ist es, die kämpfende Truppe mit Artilleriefeuer zu unterstützen, dazu verfügen die Sky-Soldiers über Artilleriegeschütze, die an Fallschirmen auch an den vordersten Linien abgeworfen werden können. Im Herbst 2013 zogen die Fallschirm-Artilleristen nach Grafenwöhr unter den Wasserturm um. Die Sky-Soldiers gehören zum 173. US-Luftlandebrigade mit Sitz in Vicenza, Italien, und unterhalten eine Partnerschaft mit der Marktgemeinde Kirchenthumbach.

Bataillonskommandeur Oberstleutnant David Pasquale und Oberstabsfeldwebel Robert Edwards Jr. begrüßten zur Zeremonie die Militärs der US-Armee und der Bundeswehr. Bürgermeister Jürgen Kürzinger vertrat die Partnergemeinde Kirchenthumbach, zweite Bürgermeisterin Anita Stauber die Garnisonsstadt Grafenwöhr und Bürgermeister Hans Martin Schertl die Stadt Vilseck.

Nach dem Gebet des Militärgeistlichen ging Oberstleutnant David Pasquale auf die Geschichte der "4-319th" ein und sprach über das dienstliche Wirken und Sterben der zu ehrenden Soldaten. Specialist Justin Hebert gehörte der Einheit vom Dezember 2001 bis August 2003 an. Er war der erste Fallschirm- Artillerist, der in der 173. Brigade beim Kampf gegen den globalen Terror sein Leben verlor. Am 1. August 2003 wurde in Kirkuk im Irak sein Fahrzeug von einer raketengetriebenen Granate getroffen.

Zu Ehren von Justin Hebert wurde auf dem Paradefeld vor dem Bataillonsgebäude ein Stein mit einer Bronzetafel, auf der seine Memoiren zu lesen sind, enthüllt. Eine Tafel zur Erinnerung an Oberleutnant Stephen Prasnicki hängt im Konferenzraum der Einheit. Prasnicki war Zugführer in der B-Batterie der "4-319th" von Dezember 2011 bis zum Juni 2012. Er starb im Einsatz, als am 27. Juni 2012 in Maidan Shahr in Afghanistan sein Fahrzeug auf eine feindliche Sprengfalle fuhr.

Zur Zeremonie war eigens aus den Staaten der Vater des gefallen Oberleutnant, David Prasnicki, angereist. Bewegt gestand er, dass ihm und seiner Familie die Ehrung ihres gefallenen Sohnes viel bedeute. Er habe eine Tochter und einen weiteren Sohn, der ebenfalls nach eigener Entscheidung nach dem Tod des Bruders als Oberleutnant in der US-Armee seinen Dienst antrat.

Auf einer Erinnerungswand im Bataillonsgebäude wurde weiterhin der gefallenen Soldaten Leutnant Derek Steven Hines und Corporal Emmanuel Hernandez gedacht. Beide verloren ihr Leben bei Einsätzen 2005 in Afghanistan.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.