Aufgefrischtes Wegkreuz
Heilige in Acryl

Jung und Alt aus Gmünd waren zur Segnung des erneuerten Gilch-Marterls gekommen, darunter auch die Malerin Marion Schmid (zweite von rechts). Stadtpfarrer Bernhard Müller nahm die Segnung des Bildstocks unterhalb des Bernbühls vor. Bild: mor
Vermischtes
Grafenwöhr
06.09.2016
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"Die Gmünder haben nun auch ihren heiligen Berg", merkte Kreisheimatpflegerin Leonore Böhm an: Stadtpfarrer Bernhard Müller segnete das renovierte Gilch-Marterl hinterm Bernbühl. Die Gmünderin Marion Schmid malte das neue Bild. Nicht nur sie wirkte mit.

Gmünd. Auf dem Feldweg vom Gründerzentrum nach Gmünd steht links zwischen zwei mächtigen Linden ein weiß gestrichenes Marterl. Der Bildstock zeigt eine qualitätsvolle Schmerzensmutter mit dem Bittruf "O schmerzhafte Mutter Gottes, bitte für uns". Nun erstrahlt das Blechbild im neuen Glanz.

Kreisheimatpflegerin Leonore Böhm erzählte bei der Segnung des renovierten Marterls von dessen Entstehungsgeschichte. Auf dem weiß übertünchten Sandsteinstock ist die Inschrift "V. ( für Vitus) Gilch 1907" zu lesen. Bei der Entfernung des alten Blechbilds tauchte jedoch die Jahreszahl 1812 auf. Leonore Böhm blätterte in den Archiven und befragte mehrere Gmünder, so dass sie als Grund für das Aufstellen des Marterls den Tod des Dorfgmünder Bauern Johann Jahn im Jahr 1810, weitere Kindstode und Totgeburten nennen konnte. Das Jahn-Anwesen, Dorfgmünd Nr. 10, trug auch den Hausnamen Schindlwastl, dies deutete die Heimatpflegerin damit, dass das Anwesen einmal einem Wastl gehörte, der Schindelmacher war. Vitus Gilch heiratete 1883 die Hoferbin Maria Magdalene Jahn. 1907 musste die Familie ein totgeborenes Kind beerdigen, was auf die noch lesbare Jahreszahl 1907 hinweist. Auch stand der Bildstock nicht immer an der heutigen Stelle.

Die Notwendigkeit der Renovierung griff der Gmünder Stadtrat Josef Neubauer auf, der schließlich Marion Schmid um die Erneuerung des Bildes bat. Die junge Gmünder Malerin behielt das ursprüngliche Motiv bei und malte mit Acrylfarben die neue Tafel. Johann Arnold sorgte für den fachmännischen Austausch des Bildes.

Zur Segnung waren Alt und Jung aus Gmünd und auch zweite Bürgermeisterin Anita Stauber gekommen. Stadtpfarrer Bernhard Müller hatte Gebete und Lieder zur schmerzensreichen Gottesmutter vorbereitet. "Das Gebet 'Schmerzhafte Mutter Gottes bitte für uns' ist die Grundlage der Marienverehrung, die Mutter und Fürsprecherin für alle Menschen ist, die in Not waren und Hilfe brauchen", merkte der Geistliche an.

Neubauer dankte allen Beteiligten und der Feuerwehr Gmünd, die die Reparaturkosten trug. Durch den Kauf des angrenzenden Ackers von Reinhard und Martin Kraus gehört das Marterl nun zum "Lenzl-Anwesen" in Grafenwöhr. Die neuen Besitzer beendeten die Feier mit der Einladung aller Beteiligten zu einem Glas Grafenwörther Wein. Gepflegt wird die kleine Gedenkstätte auch weiterhin von der Familie Siegler aus Gmünd.
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