Bauausschuss genehmigt Objekt
Schule mit künstlerischer Ader

Vor der Entscheidung überzeugten sich Bürgermeister Edgar Knobloch (Zweiter von links), Stadtbaumeister Hans Rettinger (links), Architekt Reinhold Krausch (Dritter von links) vor einem Modell in Originalgröße vom Vorschlag des Künstlers, den auch die Schulleiter Gerhard Götzl (Vierter von links) und Thomas Schmidt (rechts) favorisierten. Bild: do
Vermischtes
Grafenwöhr
06.07.2016
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Erst verweigerte der Bauausschuss seine Zustimmung, jetzt ist sich das Gremium einig. Ein Kunstobjekt soll als Symbol für freundschaftliches Zusammenleben künftig vor dem Eingang der Grafenwöhrer Grund- und Mittelschule stehen.

Kunst hat die Aufgabe, Chaos in die Ordnung zu bringen, sagen die einen. Kunst ist eine wesentliche Ausdrucksform für Gefühle und Gedanken, sagen die Anderen. Jedenfalls ist es eine Ausdrucksform, sich mitzuteilen, ein Mittel der Kommunikation. Am Montagnachmittag tauschten sich Bürgermeister, Bauausschuss, Stadtbaumeister, Architekt Reinhold Krausch und die Schulleitung über Kunstgeschmack aus. Beim Ortstermin vor dem Haupteingang der Grund- und Mittelschule betrachteten das Stadtoberhaupt, Räte, Pädagogen und Baufachleute das Modell eines künftigen Kunstwerkes, das dem imposanten Schulneubau mit seiner von den Architekten Brückner & Brückner gewollt zurückhaltenden Farbgebung bunten Glanz verleihen soll.

Schullogo gefällt


In der Bauausschusssitzung vor gut zwei Monaten hatte das Gremium einem ersten Vorschlag von Rektor Gerhard Götzl für ein Kunstwerk an der Schulfassade die Zustimmung verweigert (wir berichteten). Grundlage der Idee war ein Entwurf von Künstler Matthias Zängerlein. Der Profi hatte bereits vor 16 Jahren bei einer Kunstausstellung einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Als Schullogo sollte ein Werk des Künstlers nun an der Außenfassade der Schulturnhalle zu neuen Ehren kommen. Als "Brückenbild", wie Schulleiter Götzl den Entwurf bezeichnete, und als Identifikationsmerkmal für Schule und Stadt mit hohem Wiedererkennungswert. Das Logo sei geeignet, die Brückenfunktion der Stadt, in der Menschen verschiedenster Herkunft gut zusammenleben, zu symbolisieren, betonte Götz schon bei der ersten Beratung im Bauausschuss. Diese Botschaft dem friedlichen, ja freundschaftlichen Miteinander in Schule und Stadt ein Gesicht zu geben, fand nun auch beim Bauausschuss Gefallen, "aber nicht an der Schulturnhalle", wie es vor zwei Monaten hieß.

In der Folge fertigte der Künstler ein 2,30 Meter hohes Modell seines Brückenbildes, das dem Bauausschuss am künftigen Standort vor dem Haupteingang der Schule vorgestellt wurde. Den Vorplatz zeichnen bereits Wasserspiele und Stelen als Ort der Inspiration aus.

Gleichzeitig stand dem Gremium ein farblicher Entwurf des roten, gelben, grünen und blauen Ensembles mit seinen verschieden dimensionierten Verbindungsbögen, Erkennungsformen, Gesichtszügen und Einzelbausteinen im Maßstab 1:100 zur Verfügung. Keine Zweifel gab es zur Wahl der Materialien. Feuerverzinktes und farbbeschichtetes Stahlblech soll als "Corporate Design" den Erkennungswert des Bildungszentrums und einer menschenfreundlichen Stadt betonen.

20 000 bis 30 000 Euro


Das tiefe Durchschnaufen der Bauausschussmitglieder kam sogleich, als Bürgermeister Edgar Knobloch die Kostenfrage ansprach. Einschließlich aller Nebenleistungen, etwa des Fundamenteinbaues, nannte der Bürgermeister ein Kostenvolumen zwischen 20 000 und 30 000 Euro, das Zehnfache des Erstvorschlages. Eine finanzielle Förderung aus staatlichen Töpfen wird es nicht geben. Die Entscheidung vertagte der Rathauschef in den nichtöffentlichen Teil der Bauausschusssitzung. Aus der folgenden Sitzung war zu erfahren, dass das Gremium die Kunstoffensive vor dem Schulgebäude einstimmig billigte. Grafenwöhrer Kunsthandwerker sollen das Projekt umgehend verwirklichen.
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