Ehemalige Grafenwöhrerin über Donald Trump und Hillary Clinton
Mit Pauken und „Trumpeten“ zum 45. Präsidenten

Cindy Gomez hat sich weder Trump noch Clinton gewünscht. Bild: hfz
Vermischtes
Grafenwöhr
10.11.2016
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Die "Simpsons" wussten es schon vor 16 Jahren. In einer Folge der Comic-Serie vom März 2000 erkundigt sich Lisa Simpson, Präsidentin der Vereinigten Staaten in Amerika, nach dem Staatsetat. Ihr Vorgänger - Donald Trump - hat einen Schuldenberg hinterlassen. Die ehemalige Grafenwöhrerin und halbe Amerikanerin, Cindy Gomez, lacht erst über die Folge - und dann wird sie ernst.

Grafenwöhr/Kulmain. Cindy Gomez ist unzufrieden mit dem Ergebnis der US-Wahl. Die Alternative hätte ihr auch nicht behagt. Weder Donald Trump noch Hillary Clinton hält die 23-Jährige für geeignet, den Job des Präsidenten zu machen. Sie wünscht sich, ein anderer Kandidat hätte gewonnen. "Jetzt müssen wir damit leben", bedauert die ehemalige Grafenwöhrerin, die nun in Kulmain lebt, die Entscheidung ihrer amerikanischen Landsleute. Obwohl Kulmain weit weg von den USA ist, betrifft das Wahlergebnis auch Gomez, ihren Mann und die beiden Töchter - eine davon noch im Bauch der Mama: Die Familie zieht im April berufsbedingt nach Kentucky. Gomez' Mann ist momentan als Soldat bei der US-Armee in Grafenwöhr stationiert und wird versetzt. Angst, dass nach der Wahl von Trump in Amerika alles schlechter wird, hat die 23-Jährige nicht.

Kein Gentleman


"Ich glaube, schlimmer kann es nicht werden", sagt sie und meint damit aber nicht die Politik, sondern die vielen Einbrüche und Waffen dort. "Angst habe ich nur davor, dass er (Trump) meinen Mann in den Krieg schickt", gesteht die Deutsch-Amerikanerin.

Ob Trump seine Wahlversprechen wie mehr Arbeitsplätze im Land oder doppeltes Wirtschaftswachstum einhält, kann Gomez nicht beurteilen, sie hofft es aber. Dass der 45. Präsident der Vereinigten Staaten nicht gerade als Gentleman gegenüber Frauen bekannt ist, schreckt sie ab. "Das ist einer der Gründe, warum ich ihn nicht mag."

Anders als die 23-Jährige hat sich ihr Mann gewünscht, dass Donald Trump das Rennen macht. Er sei "für die Army", begründet Gomez. Clinton dagegen weniger. Auch mit ihrem Bruder und der Mutter hat sie sich unterhalten. Die Tendenz ging dort eher Richtung einer neuen Präsidentin. Die Eltern des Ehemanns leben in Amerika und wünschten sich genau wie der Sohn den 70-jährigen Multi-Millionär als obersten Chef. "Sein Papa hat sich gefreut. Das haben wir gestern mitgekriegt", erzählt Gomez am Donnerstag.

Und dann gibt es noch die andere Seite, eine, die auch nach der Wahl nicht zu ihrem Präsidenten stehen will. Tausende Trump-Gegner demonstrieren auf Amerikas Straßen. "Das find' ich schon furchtbar", kommentiert Gomez. "Es bringt nichts, dass alle ausrasten." Auf ihrer Facebook-Timeline ploppten Videos auf, in denen Menschen ihre Fernseher demolierten und die amerikanische Flagge anzündeten. Aus Wut über das Wahlergebnis. Lachen dagegen konnte Gomez über die "Simpsons". Ein komischer Nachgeschmack bleibt für sie trotzdem, wenn sie darüber nachdenkt, was die Macher der Comic-Serie schon vor 16 Jahren prophezeit haben.

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