Flugverbot am Übungsplatz
Für Drohnen drohen Strafen

Die rot markierte Flugbeschränkungszone reicht über den Übungsplatz hinaus. Hier darf nichts fliegen, was höher als 30 Meter steigen könnte. Eine Missachtung ist eine Straftat. Die blaue Fläche zeigt die Kontrollzone. Sie schützt den Luftraum des Flugplatzes an der B 299.
Vermischtes
Grafenwöhr
06.06.2016
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Eine Drohne und ein militärisches Sperrgebiet. In dieser Verbindung liegt einiges Konfliktpotenzial. Das weiß nun auch ein 35-Jähriger, gegen den die Polizei ermittelt.

Bereits am 19. Mai ließ ein 35-Jähriger eine ferngesteuerte Drohne in unmittelbarer Nähe zum Truppenübungsplatz steigen. Weil das Teil in eine Wohnanlage auf dem Gebiet des Übungsplatzes stürzte, ermittelt nun die Polizei wegen Zuwiderhandlungen nach dem Luftverkehrsgesetz und der Luftverkehrsordnung.

Aus bisher unerklärlichen Gründen driftete der Quadrocopter des Mannes ab und landete parallel zur Martin-Luther-Straße im Übungsplatz. Dies bemerkten dort wohnende US-Familien, die die US-Militärpolizei verständigten. Mit der Polizei Eschenbach machte diese den "Piloten" ausfindig. Der bestritt in seiner Vernehmung böse Absichten, dennoch muss er sich nun verantworten. Der Quadrocopter war nicht mit einer Kamera oder ähnlichem ausgestattet und hatte lediglich in der Fernsteuerung eine Reichweite von etwa 50 Metern.

Der Polizei Eschenbach ist es wichtig, auf die besonderen Gegebenheiten im Zusammenhang mit dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr hinzuweisen. Laut Luftamt Nordbayern und des US-Militärflugplatzes gibt es zwei Zonen, die dabei besonders zu beachten sind: Einmal das Flugbeschränkungsgebiet, dessen Missachtung in der Regel eine Straftat nach dem Luftverkehrsgesetz bedeutet. Dabei wird darauf hingewiesen, dass diese Zone über die Grenzen des Truppenübungsplatzes hinausreicht. Mit inbegriffen sind etwa der südliche Bereich des Stadtgebietes von Grafenwöhr, Teile Kirchenthumbachs, Kaltenbrunn, Tanzfleck und andere angrenzende Ortschaften. In diesem Bereich verwendete Flugmodelle dürfen nicht höher als 30 Meter fliegen können, die tatsächlich geflogene Höhe ist irrelevant.

Eine zweite zu beachtende Zone ist die Kontrollzone. In dieser geht es vorrangig um den Schutz des Flugverkehrs. Dies betrifft vorrangig den US-Militärflugplatz Grafenwöhr an der B 299. Bei Verletzung dieser Zone droht eine Ordnungswidrigkeit nach der Luftverkehrsordnung. Die Kontrollzone erstreckt sich in einem Quadrat über Eschenbach, Pressath, Schwarzenbach und Mantel. Im Einzelfall kann nach Rücksprache und Genehmigung durch das Tower-Personal eine Ausnahme erteilt werden.
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