Gespräche zum Fluglärm
Hubschrauber bleiben fern

Ein Kampfjet bei der Übung in Grafenwöhr. Für die Anwohner bringen die Einsätze vor allem Lärm. Die US Armee verspricht nun aber, dass zumindest keine zusätzlichen Belastungen zu befürchten seien.
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Grafenwöhr
21.06.2016
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Die Gesprächsrunde hatte zum Ziel, militärischen Fluglärm am Truppenübungsplatz zu verringern. Am Ende gab es viel Verständnis der US-Armee und Hoffnung für die Gastgeber.

Die gute Nachricht beim "Runden Tisch" im Rathaus war ein Dementi der US-Seite: Die Kampfhubschrauber vom Standort Katterbach bei Ansbach werden nicht auf das Fluggelände des Truppenübungsplatzes verlegt. In der Stadtratssitzung informierte Bürgermeister Edgar Knobloch über den Austausch auf Einladung der Stadt.

Es war kein Höflichkeits-Termin, betonte der Bürgermeister. JMTC-Stabschef Oberst William Lindner, Stabschef des Gemeinsamen Multinationalen Ausbildungs-Kommandos (JMTC), Julio A. Guiterrez, Verbindungsoffizier der US-Armee für Bayern und Sachsen, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß,Philipp Stiel aus der Staatskanzlei und Edgar Knobloch über die gefühlte Zunahme des Fluglärms.

Insgesamt habe der JMTC-Stabschef eine Zunahme der Flüge amerikanischer Kampfjets dementiert. William Lindner räumte aber eine punktuelle Zunahme der Einsätze anderer Nato-Staaten ein. Besonders 2014 sei es zu deutlich mehr Flugbewegungen gekommen. Bei Übungen im Verbund werden die Luftbewegungen zudem als erheblich lärmintensiver empfunden. Eine dauerhafte Mehrung an Anflügen und Angriffen sei jedoch nicht geplant, zitierte Edgar Knobloch den Stabschefs.

Angesprochen auf Hubschrauber-Einsätze und Kampfjet-Übungen bestätigte Oberst William Lindner lediglich eine Aufstockung der Rettungs-Hubschrauber am Gelände auf vier "MedEvac-Maschinen" vom Typ Blackhawk. Die Besatzungen sind in Grafenwöhr stationiert. Dem Wunsch der deutschen Seite nach einer Verlegung der Flugzonen aufs Übungsplatzgelände rund um den Flugplatz begegnete der US-Vertreter mit der Zusage temporärer Maßnahmen, "wenn es der Schießbetrieb erlaube". Keine Veränderungen werde es bei den Flugrouten der schweren Hercules-Maschinen geben, teilte Knobloch weiter mit. Die Amerikaner äußerten Bedenken: Neue Routen würden zu weniger Sicherheit und mehr Fluglärm führen.

Insgesamt wertete CSU-Rat Gerald Morgenstern die Infos als gute Nachrichten, die Leidensfähigkeit der Bürger sei beschränkt. "Diese Fliegerei bringt uns nur Lärm und keinen Arbeitsplatz".
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