Gottesdienst in der Michaelskirche gereimt
Hohelied der Liebe in Versform

Pfarrer Dr. André Fischer bei seiner Predigt in Versform über die Liebe. Auch die aktuelle Flüchtlingsproblematik brachte er dabei zur Sprache. Bild: rgr
Vermischtes
Grafenwöhr
09.02.2016
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Der Fasching geht auch an der Kirche nicht vorbei. Am Faschingssonntag feierten die Gläubigen in der evangelischen Michaelskirche einen Gottesdienst, bei dem nicht nur die Predigt in Versform gehalten war.

Grafenwöhr/Pressath. Besonders bei der Predigt von Pfarrer Dr. André Fischer mussten die Gottesdienstbesucher sehr viel schmunzeln. Das Hohelied der Liebe (1. 13, 1 - 13) lautete unter anderem so: "Die Liebe lässt uns jauchzen, singen. Mit ihr scheint alles zu gelingen. Die Liebe, große Himmelsmacht, vertreibt auch rabenschwarze Nacht. Das Liebesflüstern wirkt oft Wunder, selbst alte Knochen werden munter. Die Liebe, dem andern gerne leiht und Fehler noch und noch verzeiht. Die Liebe wandelt uns die Welt. Sie ist viel wichtiger als Geld."

Liebe macht schön


"Damit zwei Menschen, die sich lieben, nicht werden allzu schnell geschieden, braucht's eine Liebe, die verzeiht, denn manchmal sind wir nicht gescheit. Braucht's eine Liebe, die vergibt, dem, der mal daneben tritt. Braucht's eine Liebe, die mit Geduld verzeiht ohne Nachtragen von Schuld, den Liebsten annimmt, wie er ist; denn jeder macht doch einmal Mist und jeder hat so seine Macken. Den Liebsten kann ich mir nicht backen. Schließlich müssen wir bald merken, dass wir alt und wacklig werden. Männer werden grau, verlieren Haare, Frauen gehen durch die Wechseljahre. Die Liebe macht den Menschen schön, ganz egal, wie wir ausseh'n."

Weiter ging es mit: "Die Liebe ist eine Himmelsmacht, aus Gottes Quelle fließt sie herab. Wer spürt: Hey, ich bin ein Gottes Kind, der ist für seine Liebe nicht blind, der kann auch andere Menschen lieben, auch dann, wenn sie uns gar nicht liegen. Das gilt für Ehe, Nachbarn und Gemeinde, denn das, was Paulus wirklich meinte, die Liebe gilt für alle Christen, die auf der Welt ihr Dasein fristen."

Hilfe ist Gottes Gebot


Auch das Flüchtlingsproblem hat Pfarrer Fischer in seine gereimte Predigt mit eingebunden: "Über Flüchtlinge wird debattiert und gesprochen, in Deutschlands Thema Nummer eins schon seit Wochen. Die einen sagen, aus. Liebe müssen wir den Fremden tatkräftig helfen. Wenn Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung, Not, dann ist Hilfe und Schutz doch Gottes Gebot. Andere haben Angst und machen sich Sorgen. Wenn so viele kommen, wie wird es morgen sein in Pressath, Grafenwöhr, in Bayern und Deutschland? Sind wir bald selbst Fremde im eigenen Land? Nicht Hass, nicht Neid, nein Liebe ist die Kraft, die in unserem Land Recht, Hilfe und Frieden schafft." Weiter: "Die Liebe baut auf. Wut und Hass reißen nieder. Haltet Unterschiede aus, versöhnt euch wieder! Das sagte Paulus damals, das gilt auch heute. Die Liebe ist eine Gotteskraft, die auf Erden so viel Gutes schafft. Drum lasst euch lieben und liebt selbst. Es gibt nichts Schöneres auf der Welt." Organist Walter Thurn und der deutsch-amerikanische Chor "The Encores" unter der Leitung von Ulrike Dziwinski gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Thurn spielte "The Entertainer" von Scott Joplin, der Chor sang unter anderem das "Vater Unser" zur Melodie von "Guantanamera".
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