Gottesdienst zum Annafest
Beten Art des Vertrauens

Zahlreiche Gläubige wahrten wieder die Tradition und feierten auf dem Annaberg den Gottesdienst zum Annafest mit. Bild: az
Vermischtes
Grafenwöhr
26.07.2016
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Das Vaterunser - ein Gebet für alle Lebenslagen - stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes zum Annafest. Eine große Festgemeinde feierte die heilige Messe mit.

"Das Vaterunser ist ein Gebet für alle Lebenslagen. Denn es ist darin alles enthalten, was wichtig ist. Jesus hat es selbst gelehrt", betonte Stadtpfarrer Bernhard Müller am Sonntag auf dem Annaberg. Er stand beim Festgottesdienst mit Monsignore Karl Wohlgut und Kaplan Thomas Thiermann am Freialtar. Das Gebet aller Gebete hatte der Priester in den Mittelpunkt seiner Festpredigt gestellt.

Viele Menschen waren bei bestem Sommerwetter zum Festgottesdienst als Auftakt des traditionellen Annafestes gekommen. Eine Person jedoch fehlte, die 55 Jahre lang das Heilige Grab in der Gruft liebevoll gepflegt und geschmückt hatte: Berta Kraus. "Sie hat stets Intentionen bestellt für alle lebenden und verstorbenen Wohltäter. Heute gehört ihr das Gedenken", erinnerte Pfarrer Müller an die treue und zuverlässige, lebensfrohe Seniorin, die erst vor wenigen Wochen im Alter von 92 Jahren plötzlich gestorben war.

Aufgrund des 145-jährigen Bestehens der Ortsfeuerwehr war auch ein starkes Aufgebot von Wehren aus Gößenreuth, Hütten, Speinshart, Eschenbach und Etzenricht vertreten. Ein besonderer Gruß galt dem erstmals hier oben wirkenden St.-Georgs-Chor aus Pressath mit Leiter Richard Waldmann und den Schülerjahrgängen 1932/33 und 1935/36.

Brücke zum Annafest


Immer wiederkehrende Worte und Gebete würden Gefahr laufen, leer und bedeutungslos zu werden und zu reinen Lippenbekenntnissen zu verkommen. Auch das "wunderschöne Gebet", das Vaterunser, werde oft "mechanisch heruntergebetet". Es sei schwierig, es stets mit der gebührenden Andacht zu sprechen, räumte der Pfarrer ein. Er fand es sehr gut, für alle Situationen ein Gebet zu haben, das Lob und Dank wie auch Sorgen und Nöte beinhalte. Jesus ermutige uns, in allen Lebenslagen zu ihm zu kommen. Trotzdem stünde der Lobpreis Gottes im Vaterunser an erster Stelle.

Beten, meinte der Priester, sei vor allem eine Art des Vertrauens in die Größe und Barmherzigkeit des Vaters. Er nannte das Vaterunser ein Gebet der offenen Hände von Nehmen und Empfangen, denn alles dürfe man in seine Hände legen. Müller gab sich überzeugt, dass der Mensch nur dann wahrhaft beten könne, wenn er bereit sei, loszulassen und sich ihm anzuvertrauen, statt sich nur an die eigenen Wünsche zu klammern.

Der Prediger stellte dann die Verbindung seiner Aussagen zum Annafest her. Jeder von uns vertraue sich gerne Heiligen an, damit diese Bitten an Gott weitertrügen. Das sei zutiefst menschlich. Insbesondere bei Maria werde dies deutlich, die als Mutter unsere Nöte kenne. Bei Anna, der "Mama von Maria", sei das gleichermaßen der Fall. Anna habe ihrer Tochter Maria das Beten gelehrt und in den Glauben eingeführt. Wenn wir das Annafest feiern, dann wüssten wir auch, dass Jesus und Maria in der Tradition von Anna und Joachim stünden. Maria habe aus der vertrauensvollen Bindung an Gott gelebt und diese an ihren Sohn Jesus weitergegeben. Und Jesus wiederum habe das Vaterunser gelehrt.

Lektorin Doris Baumann, Vorsitzende des Frauenbunds, band in die Fürbitten ein: die christlichen Kirchen und Gemeinschaften, Pfarrgemeinde und Stadt Grafenwöhr, die Familien, kranke und alte Menschen, wie die Verstorbenen.

Anna- und Marienlieder


Am Gelingen des Festgottesdienstes hatten viele Anteil. All jenen dankte Pfarrer Müller abschließend. Darunter Familie Nastoll, die im Namen von Berta Kraus Freialtar und Gruft geschmückt hatte, Andreas Keck für die Technik, Mesner André Wächter für die Vorbereitungen, wie dem St.-Georgs-Chor für die einfühlsame Gestaltung. Nicht fehlen durften natürlich die innigen Lieder von "Mutter Anna" und "Segne, du, Maria, segne mich, dein Kind".
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