Griffins verlieren Flügel
Griffins aufgelöst, Warriors gegründet

Am 19. September war das letzte Spiel der Grafenwöhr Griffins. Ende November löste sich die American-Football-Mannschaft auf. Einen Neubeginn will Vorsitzender Marco Weißenborn in Weiden versuchen. Bild: Dieter Jäschke
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Grafenwöhr
19.01.2016
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Das Spiel ist aus für die Grafenwöhr Griffins. Die American-Football-Mannschaft musste klein beigeben. Im Kampf gegen die Nachwuchssorgen war das Team chancenlos. Jetzt gibt es Hoffnung: an einem anderen Ort, mit neuem Namen.

Grafenwöhr/Weiden. Sieben Jahre lang griffen die Grafenwöhr Griffins ihre Gegner auf dem Spielfeld an, verteidigten und versuchten, zu punkten. Zuletzt spielte das Team in der Bayernliga Nord, überzeugte dort mit sieben Siegen bei einer Niederlage und scheiterte erst im Halbfinale um die Bayernliga-Meisterschaft. Seit Ende November gibt es die Mannschaft nicht mehr - aufgelöst wegen mangelnder Jugendarbeit, wie Gründer und Vorsitzender Marco Weißenborn sagt.

"In Grafenwöhr hatten wir kaum Jugendliche", erklärt Weißenborn. "Wir haben zwar immer gesucht", das Interesse habe allerdings gefehlt. Dass Grafenwöhr durch den Truppenübungsplatz und die dort arbeitenden Amerikaner prädestiniert für die aus den USA stammende Ballsportart sein könnte, widerlegt Weißenborn: "In Deutschland gibt es gewisse Auflagen. American Football soll den in Deutschland lebenden zugänglich gemacht werden", weiß er. Es dürften pro Saison nur zehn Amerikaner eingesetzt werden.

Frustriert wegen Aus


Als Sparte der SV TuS/DJK Grafenwöhr, ein laut Weißenborn eher fußballorientierter Verein, habe sich die Football-Mannschaft mehr Unterstützung vom Verein gewünscht. "Wir haben uns selbst verwaltet und selbst bezahlt", sagt Weißenborn. Trotz Frust über das Aus der Griffins will der Vorsitzende nicht über die Grafenwöhrer Sportvereinigung schimpfen. "Es ist ja schon mal toll, dass ein fußballorientierter Verein American Football aufnimmt." Das Vorurteil, dass seine Spieler den Rasen der Fußballer kaputt machen würden, weist er zurück.

Bis zum 15. Dezember hätte Weißenborn 32 Spieler anmelden müssen, um am Spielbetrieb teilnehmen zu können. "Das haben wir nicht mehr geschafft", bedauert er. Für die neue Saison seien nur noch zwölf Deutsche und zehn Amerikaner angemeldet gewesen. "Deshalb haben wir gesagt, wir hören in Grafenwöhr auf."

In Weiden will Weißenborn mit einer zum größten Teil neuen Mannschaft unter neuem Namen durchstarten: die Weiden Warriors. Bei Probetrainings in Weiden habe sich herausgestellt, dass die Beteiligung gut ist. Die Suche nach einem Hauptverein begann.

2017 wieder Spiele


"Wir wollten einen zentralen Verein finden, der nicht fußballlastig ist", erklärt Weißenborn. Nach einigen Terminen mit Vereinen seien Gespräche mit der DJK Weiden zustande gekommen. "Offiziell sind wir schon Mitglied. Am 2. Februar ist die offizielle Vorstandssitzung." Die Warriors wollen 2017 in den Spielbetrieb starten - mit mindestens einer Mannschaft im Flag-Betrieb und vielleicht einer Damenmannschaft. Beim Flag-Football ist es laut Weißenborn einfacher, eine Mannschaft zu füllen, weil bei der Spielerzahl variiert werden könne. "Es sind nicht unbedingt die elf Spieler erforderlich." Auf die Frage, warum Flag-Football in Grafenwöhr nicht funktioniert habe, hat der Vorsitzende eine einfache Antwort: "In Grafenwöhr hat sich überhaupt keiner interessiert."

Auf Werbeaktionen hätten sich dort drei Interessenten gemeldet, in Weiden gebe es nach zwei Aktionen bereits 25 feste Zusagen. Die Mannschaft will ab Februar monatliche Tryouts (Übungen) abhalten. Derzeit seien die meisten Hallen aber noch mit Faschingsbällen oder Flüchtlingen belegt. Den Termin für das erste Probetraining will das Team auf seiner Facebook-Seite bekanntgeben. "Wir fangen von null an, haben neue Leute. Es sind nur zwei von den Griffins dabei. Wir fangen in der Aufbauliga an", sagt Weißenborn. Ziel sei es erst einmal, Football zu spielen.
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