Großbrand in Grafenwöhr
Katastrophe knapp verhindert

Der Tag danach: Verbrannte Autos, Brandschutt, zerstörte Hausfassaden: Das Feuer hat in der Eichendorffstraße riesige Schäden hinterlassen. Bild: mor
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Grafenwöhr
15.06.2016
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Bis zu 20 Meter hohe Flammen erzeugten große Hitze. Zwei Wohnhäuser waren akut gefährdet. Bild: xri

Ein Holzschuppen brennt, aber 44 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen: In der Nacht zum Mittwoch fehlte in Grafenwöhr nicht viel zur Katastrophe. Laut Polizei ist es vor allem der Feuerwehr zu verdanken, dass Schlimmeres ausblieb.

Keine Verletzten, aber zwei evakuierte Mehrfamilienhäuser, 120 000 Euro Schaden, drei ausgebrannte Autos: Das Feuer in einem Schuppen in der Eichendorffstraße hielt in der Nacht zum Mittwoch 80 Feuerwehrleute und viele weitere Helfer in Atem. Die Polizei lobt in ihrem Bericht ausdrücklich deren Arbeit. Auch durch die hervorragende Zusammenarbeit von Rotem Kreuz, Feuerwehr und Polizei sei Schlimmeres verhindert worden.

Gegen 2 Uhr teilte eine Anwohnerin der Eichendorffstraße mit, dass ein Schuppen brennt. Als die Einsatzkräfte eintrafen, schlugen die Flammen schon bis zu 20 Meter hoch aus dem Bau. Der 22 mal 6 Meter große Schuppen brannte fast völlig nieder. Drei an dem Schuppen geparkte Autos brannten komplett aus. Ein viertes Auto konnte ein Anwohner wegfahren. An dem VW Golf entstand ein Lackschaden.

Wesentlich schwerer wog die Nähe des Feuers zu den beiden Mehrfamilienhäusern. Schon als die ersten Helfer eintrafen, waren diese Häuser in Gefahr. Unter anderem mit schwerem Atemschutz und einer Drehleiter gelang es den Wehren unter der Leitung von Grafenwöhrs Kommandant Alex Richter und Stellvertreter Carsten Engelhard, die Bewohner vor größerem Schaden zu bewahren. Wie gefährlich das Feuer war, zeigen starke Schäden an der neuen Dämmfassade eines Hauses. Diese war rußgeschwärzt, 19 Scheiben der Kunststofffenster zerbarsten.

Auch das BRK Grafenwöhr erhält Lob von der Polizei. Mit Shuttlefahrzeugen brachten die Helfer 44 Bewohner ins neue BRK-Heim. Dort kümmerten sich 25 Einsatzkräfte und Notarzt um die Bewohner und versorgten sie mit dem Nötigsten. "Auch diese Maßnahme funktionierte geordnet, zügig und Hand in Hand", schreibt der Einsatzleiter der Polizei, Werner Stopfer, im Bericht. "Hier gilt dem BRK mit seinen Kräften ein besonderes Lob." Polizei und Feuerwehr registrierten alle Bewohner, um sicher zu sein, dass niemand mehr im Gebäude ist.

"Dank des beherzten und schnellen Eingreifens aller Einsatzkräfte gab es keine Verletzten", bilanziert Stopfer. Zur Brandursache gebe es noch keine Aussage. Die Kriminalpolizei Weiden habe die Ermittlungen übernommen. Bereits in der Nacht befand sich der Kriminaldauerdienst vor Ort. Am Morgen übernahm das Fachkommissariat. Die Ermittlungen seien schwierig, da die Hitze des Feuers kaum Spuren zurückließ, erklärt Stopfer. Hilfe zur Aufklärung könnten Zeugen leisten, Telefon der Kriminalpolizei 0961/4010.

Polizei und Feuerwehr begutachteten nach dem Löschen die Wohnungen und nahmen Messungen zur Rauchbelastung vor. In allen Fällen kam es zu negativen Messergebnissen. Bei den beschädigten Fenstern ging in allen Fällen die Außenscheibe der Mehrfachverglasung zu Bruch. Somit konnten die Bewohner in den Morgenstunden, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, in ihre Wohnungen zurückkehren. 80 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Grafenwöhr, Gmünd, Hütten, Gößenreuth, Eschenbach und Pressath waren vor Ort. Seitens des BRK leitete Harald Hutzler von der Rettungswache Eschenbach den Einsatz.
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