Haftbefehl gegen Litauer

Unter anderem ein mit Münzen gefülltes Sparschwein und eine Münzsammlung waren in der Tasche mit Diebesgut, die ein Litauer bei einer Flucht vor der Polizei weggeworfen hatte. Mittlerweile konnten die gestohlenen Sachen zugeordnet werden. Gegen den 34-Jährigen liegt nun ein europäischer Haftbefehl vor. Bilder: hfz (2)
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Grafenwöhr
11.02.2016
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Mitte Januar lieferte sich die Polizei mit einem Litauer eine wilde Verfolgungsjagd: Der 34-Jährige floh erst mit dem Auto und dann zu Fuß durch die Haidenaab. Unterwegs schmiss er aus seinem Fahrzeug eine Tasche mit Diebesgut. Nach der Festnahme musste die Polizei den Mann wieder freilassen. Das hat sich aber nun geändert.

Mittlerweile können ihm drei Vorfälle in Ansbach nachgewiesen werden. Nach der Festnahme stritt der Festgenommene bei einer Vernehmung die Vorwürfe des Einbruchs oder Diebstahls ab. Weil sich keine konkreten Hinweise ergaben, mussten die Beamten den Litauer wieder freilassen. "Im Nachgang waren die weiteren Ermittlungen dann doch zielführend", heißt es im Polizeibericht weiter.

Die Kriminalpolizei Ansbach teilte drei Einbrüche in Wohnhäuser mit. Im Landkreis Ansbach hebelte der 34-Jährige oder mögliche Mittäter Fenster an den Gebäuden auf. Die Vorfälle ereigneten sich in den Abendstunden, die Bewohner waren zur Tatzeit nicht zu Hause.

Die Wertsachen aus der weggeworfenen Tasche können den Einbruchsopfern zugewiesen werden. Goldene Schmuckstücke waren bei der Festnahme nicht zu finden. Auch die Suche mit "Mantrailer"-Hunden verlief erfolglos. In der Zwischenzeit erhob die Staatsanwaltschaft Ansbach europäischen Haftbefehl gegen den Litauer.

In der Nacht zu Sonntag, 17. Januar, war der 34-Jährige nach einer Verfolgungsfahrt festgenommen worden. "Während der halsbrecherischen Flucht öffnete er vermutlich ein Fenster und warf eine Tasche mit verschiedenen Wertsachen aus dem Fahrzeug, die später den Verdacht des Diebstahls oder Einbruchs zuließen", heißt es im Polizeibericht.

Eigentlich hatte eine Streife der Polizei Eschenbach in Geißmannskeller nur eine Verkehrskontrolle vornehmen wollen. Dann aber war ein Autofahrer "kurz vor der Kontrollstelle" abgebogen "und versuchte trotz glatter Straßen zu flüchten". Mit zusätzlichen Polizeistreifen war es den Beamten gelungen, das Fluchtfahrzeug an der Gaststätte Josephsthal sicherzustellen. Doch noch vor Eintreffen der Streifen hatte der Mann seine Flucht zu Fuß fortgesetzt. Nach mehr als zwei Stunden Verfolgung über Felder, durch Wälder und die Haidenaab war die Festnahme gelungen.

Kurz zuvor hatte sich ein Bürger, der an der Ortsdurchfahrt in Gmünd eine Tasche am Straßenrand gefunden hatte, gemeldet. Darin befanden sich zwei Laptops, ein Sparschwein gefüllt mit Münzen und Sätze von Silbergedenkmünzen. Weil der Litauer den Schlüssel bei seiner Flucht verloren hatte, musste das Auto zur Dienststelle geschleppt werden.

Außerdem mussten die Beamten eine Seitenscheibe einschlagen, um für eine Durchsuchung ins Fahrzeuginnere zu kommen. Das Bayreuther Autokennzeichen war zehn Tage vorher gestohlen worden, der Audi hatte eine litauische Zulassung.
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