Historische Sitzung
Politiker besuchen Kultur- und Militärmuseum

Probesitzen in einem Jeep der US-Army zu Zeiten der Befreiung: MdB Albert Rupprecht (rechts), der Bürgermeister der Kreisstadt und Kreisvorsitzender des Gemeindetages, Rupert Troppmann (Mitte), sowie Pressaths Bürgermeister Werner Walberer. Bild: do
Vermischtes
Grafenwöhr
01.07.2016
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Von Soldatentum und NS-Diktatur, aber auch von Hoffnung und deutsch- amerikanischem Leben zeugen die Exponate im Kultur- und Militärmuseum. Bei einer Kreistagssitzung vor Ort überzeugten sich die Politiker davon, dass das Geld des Landkreises in dem "Kulturdenkmal" gut angelegt ist.

Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch sprach mit Blick auf das Konzept des Kultur- und Militärmuseums von einer außergewöhnlichen Einrichtung mit einem Alleinstellungsmerkmal für ganz Bayern. Die Dauerausstellungen würden faszinierende Einblicke in die Geschichte der Stadt und des Truppenübungsplatzes geben. Gleichzeitig lobte der Rathauschef den leidenschaftlichen Einsatz des Heimatvereins.

"Wer die ehrenamtlichen Leistungen bestaunen möchte, der kommt hierher", schwärmte er. Mit viel Herzblut habe sich der Heimatverein als Träger um den Aufbau des Museums verdient gemacht. Anschaulich, interaktiv, unterhaltend und bildend präsentiere sich das neue Konzept der Ausstellung, das 2015 Premiere feierte. Für eine halbe Million Euro stemmte das Team Umbau und Neuausrichtung. Dafür dankte Knobloch den Sponsoren.

"Es ist gut angelegtes Geld", bemerkte Willi Keck. Der ehemalige Geschäftsleiter der Stadt führte mit Reinhard Trauner und Willi Gottschalk durch die Räume und sprach bei einer Ausstellungsfläche von über 1000 Quadratmetern vom größten Museum im Landkreis. Davon konnten sich die Kreisräte bei ihrem einstündigen Rundgang überzeugen. Komprimiert erläuterten die Museumsführer die Stadtentwicklung und zeichneten dabei mit Blick auf Kriegswirren, Plünderungen, Besetzungen und Kriegssteuern das Gesicht der Soldatenstadt.

Mickey-Bar


Beim weiteren "Schnelldurchgang" imponierte den Kreisräten besonders die "Neuinszenierung" des militärgeschichtlichen Teils der Ausstellung. Bestückt mit Medien bestaunten die Besucher zum Beispiel im "Elvis-Raum" einen Teil der legendären Micky-Bar, die der "King of Rock" mehrere Male besuchte.

Zeittafeln und Exponate erinnern an eine unselige Nazi-Zeit, den Zweiten Weltkrieg und an die deutsch-amerikanische Vergangenheit und Gegenwart. Besonders spektakulär demonstrieren Exponate den Einmarsch der US-Armee im April 1945.

Krieg und Hoffnung


Selbst ein Army-Jeep aus dieser Zeit gehört zum Mobiliar. Die Erinnerung an Stadtgeschichte, an Bombenhagel, Krieg und Vertreibung, an Elvis und an eine bayerisch-amerikanische Stadt am Rande des riesigen Truppenübungsplatzes, an Einzelschicksale, an Glaube und Hoffnung: Sie ist im Kultur- und Militärmuseum "neu" allgegenwärtig. Geöffnet ist das Museum dienstags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr, für Gruppen nach Vereinbarung.

Weitere Informationen unter www.museum-grafenwoehr.de
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