Integrationsfragebogen
Wie im Paradies

Eva Ludwig. Bild: myd
Vermischtes
Grafenwöhr
07.03.2016
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Seit rund 30 Jahren lebt Eva Ludwig in Deutschland. Die Ungarin ist in ihrem Heimatort Grafenwöhr im Tennisverein aktiv, wie auch ihr Ehemann Udo und die beiden schon erwachsenen Kinder.

Warum sind Sie aus Ihrem Herkunftsland weggezogen?

Eva Ludwig: Ich habe meinen Mann Udo kennengelernt, als er am Plattensee Urlaub machte. Ein Jahr später, am 16. August 1986, haben wir geheiratet. Ende November durfte ich dann ausreisen. Mein Mann musste dafür unterschreiben, dass er finanziell für mich sorgen wird, da Ausländer damals keinen Anspruch auf Sozialleistungen hatten. Da auch ich schnell Arbeit fand, war das für uns sowieso keine Frage. Ich habe noch immer meinen ungarischen Pass und ich bin nach wie vor stolz, Ungarin zu sein.

Warum sind Sie in Ihrem derzeitigen Wohnort gelandet?

Ludwig: Mein Mann ist ein gebürtiger Grafenwöhrer, mit ihm bin ich hierhergekommen.

Was ist typisch für die Region und was schätzen Sie hier?

Ludwig: Im Gegensatz zu dem sozialistischen Ungarn fühlte ich mich hier damals wie im Paradies. Inzwischen hat sich Ungarn leicht angenähert.

Was vermissen Sie am meisten?

Ludwig: Meine Mutter: Ich fahre jedes Jahr mehrmals nach Ungarn, um sie zu besuchen. Dabei statte ich natürlich auch anderen Verwandten und Freunden Besuche ab.

Auf was aus Ihrem Heimatland können Sie nicht verzichten?

Ludwig (wie aus der Pistole geschossen): Paprikapulver! Das ungarische schmeckt ganz anders als das, das man hier zu kaufen bekommt. Verschiedenes Obst und Gemüse, wie beispielsweise Kürbisse oder Pfirsiche frisch vom Baum. Und auch Salami. Eigentlich hat alles, auf was ich nicht verzichten möchte, mit Essen zu tun.

Welche Tipps haben Sie für Menschen, die sich hier integrieren wollen?

Ludwig: Erstens Sprache lernen, zweitens Arbeit suchen, drittens Kontakt und Freundschaften mit Einheimischen knüpfen. Ich bin Vollzeit berufstätig an zwei Arbeitsstellen und bin im Tennisverein aktiv. Auch für die Kinder war es wichtig, von klein auf in Vereinen (Sport und Musik) zu sein.
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