Internetseiten zeigen Flugverbotszonen
Drohnen fliegen leicht gemacht

Kein Kinderspiel: Wer eine Drohne fliegen lässt, muss sich auch mit den rechtlichen Hintergründen befassen, weiß Sascha Wittling. Bild: Mic's Pic's Medienproduktion
Vermischtes
Grafenwöhr
08.06.2016
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Grafenwöhr/Preißach. In einer Wohnanlage auf dem Truppenübungsplatz ist am 19. Mai eine ferngesteuerte Drohne vom Himmel gefallen (wir berichteten). Nun ermittelt die Polizei gegen den Besitzer. Dieser hätte sich den ganzen Ärger ersparen können, weiß Sascha Wittling. Der Preißacher bietet mit seiner Firma Geefix selbst Drohnenflüge an.

Im Internet hätte der Mann einfach prüfen können, wo er fliegen darf. "Diese Zonen kann man auf skyfool.de nachsehen." Dort stehe eine Karte bereit, die in Verbindung mit Google Earth zeigt, wo geflogen werden darf und wo nicht. Gerade in der Umgebung von Flugplätzen - wie es auch in Grafenwöhr der Fall ist - gibt es wegen der Einflugschneisen oft ein Flugverbot in einem Radius von bis zu zehn Kilometern.

Die reine Kenntnis dieser Verbotszonen reicht aber noch lange nicht aus, um tatsächlich eine Drohne steigen lassen zu dürfen. "Eine Aufstiegsgenehmigung sowie eine Haftpflichtversicherung sind Pflicht." Erstere sei beim Bayerischen Luftfahrtamt erhältlich. Zudem sei es wichtig, vor jedem Flug die Polizei informieren.

Gründe dafür, warum eine Drohne abstürzt, gibt es viele. "Das kann passieren, wenn der Besitzer nicht auf die Batterielaufzeit achtet", betont Wittling. Ebenso, wenn der Funkkontakt zur Fernsteuerung abreißt. "Es gibt zwar eine Notfunktion, die die Drohne automatisch zum Ausgangspunkt zurückfliegen lässt, wenn das passiert. Allerdings haben nicht alle Geräte diese Option." Wittling rät deswegen, beim Kauf einer Drohne immer auf renommierte Hersteller zurückzugreifen.

Er ist zudem der Idee nicht abgeneigt, eine Prüfung für Drohnenbesitzer einzuführen. "So lange das im Rahmen bleibt und keine 2000 Euro oder zahlreiche Übungsstunden wie beim Autoführerschein bedeutet." Einen kleinen Test, der zeigt, dass der Drohnenbesitzer verantwortungsbewusst mit seinem Gerät umgeht und sich darüber informiert hat, was er darf und was nicht, hält Wittling für sinnvoll.


Aktualisierung 10. Juni 2016


Auf Nachfrage beim für die Oberpfalz zuständigen Luftamt Nordbayern hat sich herausgestellt, dass die Aussagen im Bericht „Drohnenfliegen leicht gemacht“ vom 7. Juni nicht der Wahrheit entsprechen. So ist eine Aufstiegsgenehmigung des Luftamts nur für Drohnen mit einem Gewicht über fünf Kilo oder gewerbliche Drohnenflüge nötig. Für den privaten Betrieb von Geräten mit bis zu fünf Kilo, die nicht zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden, reicht die Abgabe einer „Erklärung zur Nutzung der durch Allgemeinverfügung erteilten Erlaubnis zum Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen“. Geräte unter fünf Kilo die für Sport oder Freizeit genutzt werden, unterliegen den Regeln für Flugmodelle.
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6 Kommentare
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Alexander Schmid aus Weiden in der Oberpfalz | 08.06.2016 | 12:38  
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Alexander Schmid aus Weiden in der Oberpfalz | 08.06.2016 | 12:39  
Eva Hinterberger aus Weiden in der Oberpfalz | 08.06.2016 | 15:10  
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Sebastian Voß aus Vorbach | 09.06.2016 | 09:10  
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Patrick Schweigert aus Laaber | 09.06.2016 | 11:41  
Eva Hinterberger aus Weiden in der Oberpfalz | 10.06.2016 | 09:51  
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