Inzwischen sechs Brutpaare auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr
Der Kranich hat Fuß gefasst

Kraniche sind stolze Schreitvögel mit langen Beinen und langem Hals. Auf dem Truppenübungsplatz ist es gelungen, sie wieder als Brutvögel einzubürgern. Bilder: Gerald Morgenstern (3)
Vermischtes
Grafenwöhr
07.10.2016
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Durch konsequente Arbeit von Forst, Umweltverbänden und Militär ist aus dem Truppenübungsplatz ein biologisches Schatzkästchen geworden. Es beherbergt eine einzigartige Naturvielfalt und geschützte Spezies. Inzwischen auch Kraniche.

Grafenwöhr/Vilseck. Experten betätigen die Kranichpopulation in der nördlichen Oberpfalz und insbesondere auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Diese gehört mittlerweile zur bedeutendsten in ganz Bayern. Durch eine besonders naturnahe Gestaltung und den Erhalt der Feucht- und Moorlebensräume, bieten sich dem Kranich vielfältige und weitgehend ungestörte Brutplätze.

Sechs Brutpaare


Demzufolge ist der Bestand von ursprünglich einem Brutpaar aus dem Jahr 2005 nun auf sechs Paare gestiegen. Die Vögel brüten auch regelmäßig. Zählt man die Kranichfamilien und die übersommernden Nichtbrüter zusammen, kommt man im Truppenübungsplatz aktuell auf mehr als 30 derartige Vögel.

Dr. Miriam Hansbauer ist Diplom-Biologin, Mitglied im Fachvorstand von Kranichschutz Deutschland und für den bayerischen Raum zuständig. Ziel dieser Institution ist es, die Brut- und Rastgebiete in Deutschland zu erhalten, wiederherzustellen und zum internationalen Kranichschutz beizutragen. In Bayern wird momentan hauptsächlich die Entwicklung des Brutbestandes dokumentiert. Der Kranich wird hier als Indikator für naturnahe und möglichst ungestörte Feuchtlebensräume gesehen.

Auf Getreidefeldern


Hansbauer stattete nun dem Bundesforstbetrieb Grafenwöhr einen Besuch ab, um sich persönlich ein Bild von der aktuellen Entwicklung des Bestandes zu machen. Bei der morgendlichen Exkursion mit Revierförster Frank Gerstenmeier in zugängliche Bereiche des Übungsplatzes waren drei bekannte Kranichpaare mit ihren putzmunteren sechs Jungvögeln sowie zahlreiche Jungkraniche aus dem Bruterfolg des vergangenen Jahres zu beobachten.

Mit etwas Glück sind die stolzen Vögel in Kürze dann auch wieder bei der Nahrungsaufnahme auf den abgeernteten Getreidefeldern der Randgemeinden zu beobachten. Für ihren weiten Zugweg, der sie im Herbst über Frankreich und Spanien bis nach Nordafrika bringt, müssen die Kraniche vorher ausreichend Energie tanken. Bleibt zu hoffen, dass sie im Frühjahr wohlbehalten zurückkehren, um dann wieder in der Oberpfälzer Natur ihr Brutgeschäft zu verrichten.
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