JU erkundet Natur im Grafenwöhrer Übungsplatz
Wo der Adler den Biber grüßt

In der ehemaligen Ortschaft Hopfenohe stehen noch Reste der alten Kirche. Sie war ein Ziel der Besichtigung der JU Amberg-Sulzbach um Kreisvorsitzenden Michael Mertel (links) und Organisator Christopher Hubmann (Sechster von links). Die Führung leitete Hubert Anton vom Bundesforstbetrieb Grafenwöhr (Neunter von links). Bild: ssi
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Grafenwöhr
11.05.2016
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Grafenwöhr/Hahnbach. "Der Truppenübungsplatz ist fester Bestandteil unserer Region. Trotzdem haben ihn viele noch nicht von innen gesehen": Christopher Hubmann, Ortsvorsitzender der Jungen Union Hahnbach, hat deshalb eine Besichtigung des Trainingsgeländes in Grafenwöhr angeregt. Mit knapp 50 Teilnehmern war der Bus voll belegt.

Die Naturfreunde wurden nicht enttäuscht: Der Truppenübungsplatz ist Lebensraum und Rückzugsort für zahlreiche, seltene Tiere. Unter Führung von Hubert Anton vom Bundesforstbetrieb Grafenwöhr lernte die Gruppe Teile des 226 Quadratkilometer großen Geländes kennen.

Der Wappenvogel lebt


Besonders stolz ist Anton auf die Population von Seeadlern, dem deutschen Wappenvogel. Erste Exemplare wurden Ende der 1980er-Jahre hier gesichtet. Heute gibt es wohl zehn Tiere im Trainingsgelände - trotz des Schießlärms.

An Menschen gewöhnt


"Die Tiere hier haben sich sehr gut an die Menschen und den Betrieb gewöhnt", erklärte Anton. Das sieht man vor allem an den allgegenwärtigen Spuren des Bibers, der hier ungestört Dämme bauen kann. Die Gruppe bekam zwar weder einen Seeadler noch einen Biber zu Gesicht, aber immerhin fünf Kraniche, zwei Füchse, zwei Hirsche, ein paar Reiher und Hasen.

Besonders interessant für die Teilnehmer war der Besuch der abgesiedelten Orte Haag und Hopfenohe. Beide Dörfer mussten wie so viele andere der Erweiterung des Truppenübungsplatzes durch das Naziregime ab 1936 weichen. In Hopfenohe sind unter anderem die Reste der Kirche erhalten geblieben, in Haag der alte Friedhof. "Es stimmt einen schon nachdenklich, wie hier die Menschen wegen der Aufrüstung der Wehrmacht ihre Heimat verloren haben", stellte Michael Mertel, Kreisrat und Kreisvorsitzender der Jungen Union, fest: "Gerade auf dem alten Friedhof macht das etwas beklommen. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass hier gerade wegen des militärischen Sperrgebietes ein unvergleichlicher Naturraum erhalten geblieben ist."

Wiederholung möglich


Nach mehr als vier Stunden Fahrt durch das Trainingsgelände und ein Lager der US-Soldaten kennen die Teilnehmer ihre Nachbarn nun etwas besser. Wegen des großen Interesses an der Besichtigung überlegt die Junge Union, zu gegebener Zeit noch einmal eine solche Fahrt anzubieten.
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