Keine Fragen
US-Angehörige können illegale Munition bei der US-Armee abgeben

Am Dienstag können Angehörige der US-Gemeinde Grafenwöhr solche Patronen in Vilseck abgeben. Und keiner fragt, wo sie herkommen. Bild: dpa
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Grafenwöhr
16.01.2016
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Die US-Garnison sammelt Patronen ein: Damit auch illegale Munition nicht einfach im Müll landet, lädt sie kommende Woche zu einer Aktion mit ungewöhnlichem Motto.

/Vilseck. Am Dienstag stellt die US-Armee keine Fragen. Am 19.Januar sind ihre Angehörigen in die Rose-Barracks nach Vilseck geladen. Von 8 bis 14.30 Uhr können sie dort alle Arten von Munition abgeben, auch solche, die sie gar nicht besitzen dürften. Die US-Armee verfolgt nach eigenen Angaben eine "no-questions-asked policy". Mit anderen Worten: Keiner muss Fragen fürchten, woher die Munition kommt.

Laut Pressesprecher Franz Zeilmann gebe es solche Termine regelmäßig. "Sie finden vierteljährig statt." Daraus zu schließen, dass US-Bürger in der Region viel illegale Munition besitzen, sei jedoch absolut falsch. "Es geht darum, eine Möglichkeit zu schaffen, Munition sicher und fachgerecht zu entsorgen." Im Umfeld eines Armeestützpunkt gebe es natürlich Munition. Es komme immer wieder vor, dass Soldaten Munition mit nach Hause nehmen, die sie eigentlich nicht besitzen dürften, schreibt die US-Armee in einer Erklärung.

"Viele Soldaten und Angehörige gehen auch zur Jagd." Wenn diese Leute versetzt werden, können sie ihre Munition nicht ohne Weiteres mitnehmen. Ihnen sollen diese Termine die Möglichkeit geben, die überschüssige Munition loszuwerden, auch wenn sie sie unerlaubterweise besitzen. Dies soll verhindern, dass Patronen einfach in den Müll geworfen oder sonst wie entsorgt werden", sagt Zeilmann. Die US-Armee möchte so einen Beitrag zu mehr Sicherheit in der Militärgemeinde leisten.

Die Sicherheit ist der Armee so wichtig, dass sie ihre Spezialisten auch zur Munition schickt, wenn diese beschädigt ist und die Besitzer die Explosivstoffe nicht mehr transportieren wollen. Auch in diesem Fall gilt das Versprechen: "Wir stellen keine Fragen."
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