Kinderärztin Dr. Almuth Fischer gibt Eltern Tipps zur Behandlung von Neurodermitis
Wenn es juckt und sich schuppt

Vermischtes
Grafenwöhr
28.05.2015
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Rote, juckende Flächen auf der Haut sind meist Symptome für Neurodermitis oder Atopische Dermatitis. Wenn Säuglinge oder Kleinkinder darunter leiden, betrifft dies laut Kinderärztin Dr. Almuth Fischer die ganze Familie.

Atopiker ohne krank zu sein

"Die Haut ist unser größtes Organ. Durch das Eindringen von Entzündungszellen bei fehlender Schutzfunktion verdickt sich die Haut und bildet Bläschen. Dadurch entstehen Nässe und Juckreiz. Die Haut wird mit Keimen besiedelt - oftmals sind dies Staphylokokken", erklärte Fischer im Mehrgenerationenhaus. Jeder Dritte sei Atopiker, ohne jedoch krank zu sein. 15 bis 20 Prozent der Kinder würden an der nicht ansteckenden Hauterkrankung leiden, ebenso vier bis sechs Prozent der Erwachsenen. Eine Verschlechterung trete ein, wenn gekratzt und passiv geraucht werde. Auch Pollen, Hausstaubmilben, Haustiere und Nahrungsmittel würden eine Rolle spielen. Wenn nicht gestillt werden kann, sei die HA-Nahrung (Hypoallergene Babynahrung) im Säuglingsalter das Beste.

Cremen, Zink und schwarzer Tee

Die Ärztin empfahl das Schreiben eines Nahrungsmittel-Tagebuchs, um Allergien herauszufinden. Hilfe bei Neurodermitis könnten ein spezieller Anzug und Handschuhe bieten. Das wichtigste sei, immer wieder zu cremen. Mindestens zweimal täglich sollte die gesamte Haut eingecremt werden. Es müsse laut Fischer einfach ausprobiert werden. Entzündungshemmend seien Zink und starker Schwarztee.

Ohne Cortison nicht behandelbar

Bei der Stufe drei sollten Pilzcremes, Antibiotika und Kortisonpräparate eingesetzt werden. "Ohne Cortison wären viele Krankheiten nicht behandelbar", ist sich die Kinderärztin sicher. Bei Kindern werde Cortison nicht hochkonzentriert eingesetzt.
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