Märchenerzähler Oliver Machander in der Grundschule
Nicht zornig werden

Eine besondere "Märchen"-Schulstunde erlebten die Grundschulkinder am Dienstag in der Aula mit Märchen-Erzähler Olivier. Bild: rgr
Vermischtes
Grafenwöhr
03.06.2016
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Oliver Machander zieht mit seinen Erzählungen die Buben und Mädchen der Grundschule in seinen Bann. Auch ein Märchen aus der Oberpfalz hat er mitgebracht.

In der Ruhe liegt die Kraft. - Bei einer Märchenerzählung, die aus der Oberpfalz stammt, gab es sogar jede Menge Geld, als darum gewettet wurde, nicht zornig zu werden. Oliver Machander, genannt Olivier, erzählte den Schülern der zweiten Klasse das Märchen, das Heimatkundler Franz Xaver Schönwerth gesammelt hatte.

"Es ist wichtig, dass Märchen aus der Heimat erzählt werden", sagt Olivier. Er erklärt den Schulkindern, dass Schönwerth in Amberg vor rund 200 Jahren geboren wurde. Er macht ihnen klar, dass es damals ja weder ein Auto, einen Zug oder ein Flugzeug noch Internet gegeben hat. Im Märchen "Nicht zornig werden" wechselte Olivier vom erzählenden Hochdeutsch in ausgezeichneten bayerischen Dialekt, als er die drei Brüder und den Pfarrer reden ließ, die jeweils eine Wette abgeschlossen hatten. Am Schluss stellte sich heraus, dass Hans, der vermeintlich als "a bissl deppert" galt, dann doch der "Klügste" von allen war und den Pfarrer überlistete.

Während Olivier das Märchen erzählte, brachte er den Kindern ganz nebenbei auch schon mal das Rechnen oder einige bei den Kindern nicht so geläufige Ausdrücke bei, wie beispielsweise "Bifing", das Ackerfurche bedeutet.

Toll war aber nicht nur der sprachliche Ausdruck, sondern auch die dazugehörige Mimik des Märchenerzählers. Damit wurde das Märchen für die Kinder auch zu einem wunderbaren Erlebnis während der Schulstunde. Mit den Kindern der ersten Klasse unternahm Machander eine kleine Märchenreise. - "Wie die Katze ins Haus kam" stammt aus Afrika, der "Dicke, fette Pfannekuchen" aus dem russischsprachigen Raum sowie das Grimm-Märchen "Hahn und Hähnchen". Die dritte und vierte Klasse hörte "Die Kristallkugel".

Info"Olivier" Machander absolvierte eine künstlerisch-pädagogische Ausbildung zum Märchenerzähler im Märchenzentrum DornRosen e.V., Nürnberg. Ebenso besuchte er Stimm- und Sprachbildungskurse. Während seiner Mitarbeit in einer Schule für körperlich und geistig behinderte Kinder und später in einem Montessori-Kinderhaus sammelte er reichhaltige pädagogische Erfahrungen.

Seit dem Jahr 2000 erzählt Olivier Märchen öffentlich. Er zieht dabei nicht nur Kinder in seinen Bann, sondern auch die Bewohner in Seniorenheimen. "Besonders bei Demenz-Kranken spüre ich, wenn sie dabei ruhiger werden und diese Ruhe nachhaltig wirkt", sagt Machander. Es müssen dann halt die älteren Märchen sein, wie beispielsweise "Dornröschen".

Mit dem Buch "Märchenrund zur Geisterstund" ist der aus Hainsacker bei Regensburg stammende Märchenerzähler auch als Autor tätig geworden. (rgr)
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