Monsignore Karl Wohlgut feiert 80. Geburtstag
Spitzbübischer "BMW"

Vermischtes
Grafenwöhr
10.03.2016
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Ruhestandspfarrer Wolfgang Traßl (von links) und Pfarrer Bernhard Müller sowie (von rechts) Kaplan Thomas Thiermann und Ruhestandspfarrer Hans Bayer zelebrierten mit Monsignore Karl Wohlgut den Gottesdienst zu dessen 80. Geburtstag. Bilder: rgr (2)

Pfarrei, Stadt und Vereine gratulierten Monsignore Karl Wohlgut am Mittwochabend zum 80. Geburtstag. Die Zahl der Gäste war groß. Für die Glückwünsche musste da schon mal eine Automarke herhalten.

Für Monsignore Karl Wohlgut war es ein Bedürfnis, seinen Geburtstag zuerst mit einer heiligen Messe in der Mariä-Himmelfahrtskirche zu feiern. Weiter ging die Feier im Jugendheim.

Farben mit Sinn


Der Monsignore zitierte in seiner Predigt Demokrit: "Alles fließt, nichts verharrt." Dabei müsste man sich fragen: "Bin ich tragfähig, wie ein Fluss; helfe ich anderen, weiter zu kommen, oder bin ich egoistisch?" Nachdenkliche Worte hatte der dienstälteste Ruhestandspfarrer von Grafenwöhr auch über die Zeit und die Uhr parat. Unser Leben sei an die Uhr gebunden. Die Freizeit ist genauso vorprogrammiert wie die Arbeitszeit. Aber wir müssen erfahren, dass unsere Zeit befristet ist und sie deshalb sinnvoll verwenden. "Das Beste, was wir mit Zeit machen können ist, sie zu verschenken. Wenn wir uns selbst verschenken, ist das eine größere Gabe als Geld", sagte Wohlgut.

"Gesundheit, Schaffenskraft und Gottes reichsten Segen" wünschte Stadtpfarrer Bernhard Müller dem "Geburtstagskind" bereits zu Beginn des Gottesdienstes und bedankte sich für all seine Dienste in der Pfarrei. Im Jugendheim war Pfarrgemeinderatssprecher Stephan Wolf etwas irritiert, was das Outfit von Monsignore Wohlgut betraf. Er meinte: "Ich hätte Sie jetzt im Talar mit Löschhorn und Stola erwartet." Da Wohlgut eine große Vita hat, brachte er ihn mit dem Kürzel "BMW" in Verbindung - mit der Bedeutung Buchautor, Monsignore, Wohlgut, der den Slogan "Freude am Glauben" hat. Auch die Farben weiß/blau hätten einen Sinn. Sie stehen für die Liebe zur bayerischen Heimat.

Bürgermeister Edgar Knobloch gratulierte im Namen der Stadt und auch ganz persönlich. "Eigentlich wollte ich als Geschenk von der Stadt ein gutes Buch überreichen. Aber Sie haben ja alle selber geschrieben." Deshalb gab es Wein aus Grafenwörth. Knobloch bezeichnete Monsignore Wohlgut als sehr klugen Mann, der historisch exakt in der Erzählform seine Bücher schreibt. Dabei sei er ein spitzbübischer und lebensfroher Mensch, der fast sein ganzes Leben in der Oberpfalz verbracht hat - bis auf drei Jahre, in denen er in Selb war. Der Bürgermeister kam zu dem Schluss, dass ein Leben außerhalb der Oberpfalz zwar möglich sei, aber nicht erstrebenswert.

Chor gratuliert mit Liedern


Alles Gute wünschten auch Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Mark, der sich besonders für die Stadtanzeiger-Geschichten bedankte, und Heimatvereinsvorsitzender Willi Buchfelder. Er sagte: "Das Museum trägt die Handschrift von Karl Wohlgut." Dank zollte auch der Vorsitzende des Männergesangvereins 1890 mit gemischtem Chor, Günter Hohn. Wohlgut sei ein Heimatforscher par excellence, der die Vereinsgeschichte des MGV geschrieben hat. Der Chor gratulierte natürlich auch mit einigen Liedern.

Wohlgut selbst, der fast sein ganzes Leben in Regensburg verbracht hatte und vor zehn Jahren nach Grafenwöhr zurückkam, bedankte sich bei allen Gratulanten: "Ich bin zufrieden und glücklich für den schönen Tag. Der Sinn im Leben ist Freude. Die Freude an Gott ist unsere Kraft für unser Leben und für den Alltag." Das Geld, das Monsignore Wohlgut zum Geburtstag geschenkt bekam, geht nach Westafrika, wo der dortige Pfarrer eine Berufsschule aufgebaut hat. Diese soll ein Segen für die Stadt sein.
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