Nach dem Raubüberfall in Grafenwöhr
Sensibel ja, panisch nein

Beamte der Kriminal- und der Bereitschaftspolizei durchsuchten am Donnerstag Straßengräben und Wege in Grafenwöhr auf Spuren zum Raubüberfall auf ein älteres Paar. Bild: Morgenstern
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Grafenwöhr
14.04.2016
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Bild: mor

Die Bevölkerung ist sensibilisiert, Panik herrscht aber nicht. Vier Tage nach dem schweren Raubüberfall auf ein Paar in Grafenwöhr hält sich die Angst der Bevölkerung in Grenzen. Die Ermittlungen laufen derweil auf Hochtouren.

Am Donnerstag ging in der Stadt eine große Absuchaktion vonstatten: Gullideckel wurden hochgehoben, Straßengräben durchforstet. Nach dem brutalen Raubüberfall, bei dem ein 89-Jähriger und seine 80-jährige Lebensgefährtin zum Teil schwerverletzt worden sind, laufen die Ermittlungen mit Hochdruck. "Gegenstände, die dem ersten Anschein nach hier vielleicht nichts zu suchen haben und unauffällig sind", hat die Polizei nach Aussagen von Albert Brück, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Regensburg, im Visier.

Am Morgen begannen Kriminalbeamte mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei mit der Aktion. Bis zum frühen Abend suchten die Beamten nach Gegenständen. Vereinzelt hätten sie auch welche gefunden, "ob sie tatrelevant sind, ist noch zu klären". Bei den gefundenen Sachen handelt es sich beispielsweise um Kleidungsstücke. Auch die Spurensicherung sowie ein Staatsanwalt sind noch einmal im Anwesen des Paares gewesen. 35 Beamte der Kriminal- und 30 der Bereitschaftspolizei waren im Einsatz. Von Ermittlern "ausgehend vom und zum Tatort in Betracht gezogene Wege" haben die Beamten durchsucht.

An Spekulationen will sich die Polizei nicht beteiligen "wir halten uns an die Fakten", betonte Brück. Gerüchte über den Verkauf der Rio-Bar an Asiaten mit einer Bargeldablöse ziehen in der Garnisonsstadt ihre Kreise.

"Mit Tagesbeginn sind etwa 15 Hinweise eingegangen", erklärte Brück. Deren Relevanz müsse gewertet, die Hinweise priorisiert werden. Die Ermittlungen sind "sehr zeit- und personalintensiv" und bedürfen einer gründlichen Nachbearbeitung. Als nächste Schritte nannte Brück die Auswertung der gesicherten Spuren. Nach wie vor sei der Gesundheitszustand des 89-jährigen Mannes "unverändert kritisch", wie Brück sagte. Die Frau habe wegen der Fesseln nur leichte Verletzungen erlitten, stand aber unmittelbar nach der Tat unter Schock.

Die Leute sind sensibilisiert, aber Panik haben sie nicht: Auch vier Tage nach dem Überfall gehen bei der Polizeiinspektion (PI) Eschenbach nicht mehr Anrufe ein als vor der Tat, weiß Inspektionsleiter Reiner Striegl. Auch schon vor der Tat in der Nacht von Montag auf Dienstag seien bei der PI immer wieder Anrufe bezüglich Einbrüche eingegangen. Eine Überreaktion der Bevölkerung sieht Striegl darin aber nicht. "Wir nehmen alles sehr ernst, überprüfen alles", sagt er. "Lieber ein Mal zu viel als ein Mal zu wenig angerufen." Oft würden die Leute auch verdächtige Fahrzeuge wahrnehmen. Wichtig sei aber immer das Kennzeichen, betont der Inspektionsleiter.

"Man kann schon sagen, dass wir generell erschüttert sind", sagt Bürgermeister Edgar Knobloch. Er weiß: "Die Leute sind schon besorgt", Panik herrsche aber nicht. In Gesprächen komme man beiläufig auf das Thema zu sprechen, bisher seien aber noch keine Bewohner speziell wegen des Einbruchs auf ihn zugekommen. "Wir wünschen uns alle, dass die Täter bald gefasst werden, dann herrscht auch wieder Beruhigung in der Bevölkerung", sagt er und lobt gleichzeitig die Arbeit der Polizei.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Insbesondere Personen oder Fahrzeuge, die in der Tatnacht oder in den Tagen zuvor bemerkt wurden, sind von großer Bedeutung für die Ermittlungsarbeit. Auch Personen, die auf anderen Wegen von tatrelevanten Informationen Kenntnis bekommen haben, werden gebeten, sich dringend mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Mitteilungen werden unter der Rufnummer 0961/401-291 oder an jede andere Polizeidienststelle erbeten.

Wir halten uns an die Fakten.Albert Brück, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Regensburg
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