Ostergottesdienst Grafenwöhr
Speisenweihe fast vergessen

Vermischtes
Grafenwöhr
29.03.2016
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Gebührend feierlich gestaltete Kaplan Thomas Thiermann den Ostergottesdienst in der Friedenskirche. Viele Gläubige hatten Taschen, Beutel oder Körbchen dabei mit den Osterspeisen. Diese sollten, dem Brauch entsprechend, am Schluss gesegnet werden. Man durfte annehmen, dass die Menschen noch "nüchtern" waren und sich auf das Osterfrühstück daheim umso mehr freuten.

Ehrlich gesagt, die Messfeier zog sich schon ein bisschen in die Länge, und so wartete man geduldig auf den abschließenden Akt der Speisenweihe. Doch nach dem dreistrophigen Auferstehungslied zogen Priester und Ministranten aus. "Haben wir das nicht mitbekommen oder fand die Segnung nicht statt?", fragten sich die Menschen - und gingen. Doch jene, in den mittleren und vorderen Reihen erlebten einen aufgeregten Kaplan, der aus der Sakristei stürmte und zum Dableiben bat. "Ich habe die Speisenweihe vergessen", entschuldigte er sich. Raunen im Kirchenraum, hörbares Schmunzeln, geprägt von Nachsicht und Verständnis.

"Kann passieren", sagten sich die Leute etwa beim Hinausgehen. Oder: "Das macht ihn so menschlich." Bisweilen auch: "Wer weiß, was der Kaplan so alles im Kopf haben muss." Für jene im hinteren Drittel der Kirche, die bereits unterwegs waren, hieß das eben: "Der Wille gilt fürs Werk." Drängt sich dennoch die Frage auf: Wie viel "Reichweite" hat so ein Segen? Fakt ist: Die Speisen waren in der geweihten Kirche und dürften schon von daher gesegnet gewesen sein.
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