Polizeilicher Fachberater für technische Prävention referiert bei den Wolfgangsiedlern
Gekipptes Fenster wie Einladung

Dieter Melzner gab Tipps zum Einbruchsschutz. Bild: dö
Vermischtes
Grafenwöhr
27.04.2016
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Der Einbruchschutz beginnt mit der Gartenplanung und Nachbarschaftshilfe und endet mit technischer Aufrüstung bis hin zur totalen Videoüberwachung. Über die gesamte Bandbreite von Möglichkeiten klärte Dieter Melzner, polizeilicher Fachberater für technische Prävention von der Kripo Weiden, bei der Jahreshauptversammlung der Wolfgangsiedler im Hotel "Zur Post" auf.

"Ein gekipptes Fenster ist wie ein offenes Fenster und gilt als allererste Einladung für Einbrecher", warnte Melzner eingangs. "Da helfen auch die besten Fenster oder Terrassentüren nichts, denn mit geringem Aufwand bin ich schnell im Haus oder der Wohnung. Dann ist auch der Versicherungsschutz nicht mehr gewährleistet." Grundsätzlich gilt es, ein offenes Auge zu haben auch allen Fremden gegenüber, die sich interessiert umschauen. Solchen Leuten sollte man auch merken lassen, dass sie beobachtet werden.

Ideal ist, wenn der Garten so gestaltet ist, dass fremde Personen auf dem Grundstück von außen zu sehen sind. Hilfreich für Einbrecher sind hohe Hecken und dichtes Gebüsch, die bisher vor neugierigen Einblicken der Nachbarn dienen sollten. Jetzt könnte nachbarliche Aufmerksamkeit hilfreich sein. Melzner stellte einen Aufkleber vor mit "Vorsicht! Wachsamer Nachbar" vor. "Wenn Sie seltsame Beobachtungen machen, rufen Sie bitte die Polizei an. Da passiert Ihnen nichts, auch wenn eine Streife umsonst vorbeischaut", ermunterte er.

Gitter wirkungsvoll


Danach ging der Polizeibeamte zur technischen Sicherheit über. Die beginnt bei den Türschlössern. Beim Einbau bieten geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Türen nach DIN EN 1627 mindestens der Widerstandsklasse RC 2 einen guten Schutz. An Zarge, Schloss und Beschlag gibt es keinen Schwachpunkt. Bei Wohnungstüren sind Einsteckschlösser mit Profilzylindern und Schutzbeschlägen oberstes Gebot. Es gibt auch die Möglichkeit der Nachrüstung. Zusatzschlösser, Türspaltsperren, Mehrfachverriegelung und Querriegelschlösser sind wertvolle Alternativen.

Auch bei den Fenstern ist auf die Widerstandsklasse zu achten. Abschließbare Fenstergriffe alleine reichen nicht aus, weil sie keinen Schutz gegen das Aufhebeln der Fensterflügel bieten. Ihre Anwendung ist nur in Verbindung mit einem einbruchhemmenden Fensterbeschlag sinnvoll. Rollos bieten zwar keinen Einbruchschutz, stellen aber ein ernsthaftes Hindernis dar. Auch die Kellerfenster oder die Kellerlichtschächte nannte er als Schwachpunkte. Bei der Installation von Alarmanlagen warnte Melzner vor Billigprodukten, die zudem noch selbst installiert werden. "Ein Fehlalarm kommt teuer", mahnte er.

Wertgegenstände und wichtige Papiere sollten zumindest in einem Wandtresor oder im Schließfach eines Geldinstituts untergebracht sein, riet Melzner. Er sprach als letzte Möglichkeit auch die Anbringung von Gittern an, die vor allem bei kritischen Fenstern wirkungsvoll sein können.

Nach dem gut eine Stunde dauernden Vortrag bedankte sich Vorsitzender Willi Dötsch für die wertvollen Hinweise und Tipps vom Fachmann und verabschiedete Dieter Melzner unter großem Applaus.

Der eigentliche Teil der Jahreshauptversammlung war schnell abgehandelt. Dötsch erwähnte das wieder erfreulich verlaufene Siedlerfest als Jahreshöhepunkt. Er bedankte sich bei seinem Vorstandsgremium für die gute Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Arbeiten am Spielplatz sowie den Betreuern der Stammtische und der Kegelgruppe, Maria Wölfl und Sepp Plankl, für die Pflege des Alten Kircherls. Ebenso dankte er den Anwohnern des Spielplatzes für ihr Verständnis.

Neue Spielgeräte


Nachdem auch der Kassenbericht zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen war, gab zweiter Vorsitzender Werner Stopfer einen Überblick über die Arbeiten am Spielplatz. Dort wird ein Teil total umgestaltet und ein neues Karussell sowie ein neues Klettergerüst aufgebaut. Ferner können Mitglieder bei ihm im Rennsteig Rindenmulch abholen.

Abschließend gab Dötsch den zahlreichen Mitgliedern die Ratschläge mit auf den Nachhauseweg, sich um Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu kümmern. Ebenso sind die ab nächstem Jahr vorgeschriebenen Rauchmelder anzuschaffen.
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