Protest gegen geplantes Hundehotel
Flug- und Verkehrslärm genug

Ein rotes Tuch ist für viele Gmünder ein Hundehotel, das am Ortsrand entstehen soll. Zum Fluglärm befürchten sie nun zusätzlich ständigen Hundelärm. Circa 20 Gmünder protestierten am Donnerstagabend vor dem Rathaus und unmittelbar vor der Stadtratssitzung gegen das geplante Projekt. Sprecher Oliver Neubauer übergab dem Bürgermeister eine Protestnote mit 65 Unterschriften. Bild: do
Vermischtes
Grafenwöhr
16.10.2015
139
0
Grafenwöhr. (do) Denkt gar nicht erst an ein Hundehotel! Eine Gmünder Bürgerinitiative macht mobil gegen entsprechende Pläne in ihrem Ort. Der Fluglärm reicht, murren die Einwohner. Am Donnerstagabend protestierten sie vor dem Rathaus und überreichten eine Resolution mit 65 Unterschriften.

Ein geplantes Hundehotel sorgt im Gemeindeteil Gmünd für Aufruhr. Circa 20 Demonstranten standen am Donnerstagabend vor dem Rathaus, um vor Beginn einer Stadtratssitzung lautstark ihren Unmut gegen das Projekt zu äußern. Die Protestgruppe um Oliver Neubauer bekräftigte ihre Ablehnung mit der Übergabe einer Unterschriftenliste mit 65 Einträgen an Bürgermeister Edgar Knobloch.

Wie vom "Neuen Tag" berichtet, erteilte der Stadtrat in der Sitzung am 17. September einstimmig sein Einvernehmen zum Bauantrag von Alexandra und Rainer Walberer. Die Familie plant, im Baugebiet Wolfsacker im Ortsteil Gmünd zwischen der Bundesstraße 299 und der Ortschaft eine Hundestation mit Nebengebäuden zu errichten. Gedacht ist ein Betreuungsareal für 25 Vierbeiner. Zudem möchten die Baubewerber einen Hundesalon einrichten und ein Wohnhaus bauen.

Jetzt auch noch Gebell?

Um schon im Vorfeld Bedenken gegen das Projekt auszuräumen, veranlasste das Ehepaar Walberer bei einer Bauvoranfrage beim Landratsamt ein Lärmschutzgutachten. Dessen Ergebnis und die damit verbundenen Schlussfolgerungen waren Grundlage für einen Vorbescheid der Baubehörde und die Zustimmung des Stadtrats zum Bauantrag. Der befindet sich derzeit bei der Kreisbehörde in Bearbeitung.

Schon bei der Beratung des Bauantrags sorgte sich Stadtrat Timo Schön um mögliche negative Auswirkungen auf die benachbarte Wohnbebauung. "Nach dem Fluglärm kommt nun Hundelärm", warnte der SPD-Mann. Ein Warnsignal auch für die Gmünder? Seit der Zustimmung des Stadtrats formiert sich Widerstand. Eine Unterschriftenliste lief von Haus zu Haus. Auch vom Projekt nicht Betroffene und weit entfernt vom künftigen "Hotel" wohnende Gmünder unterzeichneten den Protest an die Stadt.

65 der rund 500 Gmünder wollen damit ihre Angst ausdrücken, dass Hundegebell ihnen bald Lebensqualität kostet. Direkt in der Einflug-Schneise des Flugplatzes und an der B 299 liegend, vermuten die besorgten Gmünder, dass die Tiere durch den Flug- und Verkehrslärm verstört würden und damit Hundegebell ohne Ende bevorstehe. "Der Flug- und Verkehrslärm reicht", heißt es in der Petition. Gleichzeitig fordern die Gmünder eine Ansiedlung des Betriebs in einem Gewerbegebiet. Mit diesen Feststellungen sei man auch zum Landrat gefahren, erklärte Oliver Neubauer. Eine Bewertung wollte Andreas Meier allerdings nicht abgeben, verriet der Sprecher der Gruppe. Der Bauantrag sei im Stadium der Prüfung, habe der Landkreischef festgestellt.

Überrascht ist die Bauherrnschaft über die "Bürgerinitiative" der Gmünder. Sie versichert das Einhalten aller Lärmschutzvorgaben. Eben deshalb sei schon im Vorfeld der Planung ein Gutachten in Auftrag gegeben und die daraus resultierenden Erfordernisse zur Vermeidung von Emissionen in den Bauantrag eingearbeitet worden.

Gesprächsrunde zur Klärung

Die meisten Behauptungen, die derzeit herumgeistern, seien deshalb falsch, betonten Alexandra und Rainer Walberer. Um den Gerüchten entgegenzutreten, wollen die Baubewerber die Gmünder über ihr Bauvorhaben persönlich aufklären. Bürgermeister Edgar Knobloch wurde gebeten, als Moderator eine Gesprächsrunde zwischen der Bauherrnschaft und einer Vertretung der besorgten Gmünder zu führen. Die Runde trifft sich am Mittwoch, 21. Oktober, im Sitzungssaal des Rathauses.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.