Sanierung der Trinkwasseranlage Grafenwöhr kostet eine Million Euro
Geld fließt in Wasser

Wassermeister Günter Rauh (links), Diplomingenieur Burkhardt Bittner vom PfK-Planungsbüro aus Ansbach (Dritter von links) und Vorsitzender Helmut Amschler (rechts) informierten Bürgermeister Edgar Knobloch (Zweiter von links) bei einem Rundgang im Filterkeller der Aufbereitungsanlage über das Mammutprojekt "Wasserversorgung". Bild: ha
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Grafenwöhr
08.11.2016
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Unser Trinkwasser ist kostbar und deshalb kostet die Sanierung des Wasserwerkes in Grafenwöhr auch eine stolze Summe: Rund eine Million Euro werden bis Juli 2017 investiert. In mehreren Abschnitten soll die Anlage zur modernsten und zuverlässigsten im Umkreis umgebaut werden.

Die Inbetriebnahme der neuen Filterstraße 1 ließ sich Bürgermeister Edgar Knobloch, zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stadtwerke Grafenwöhr, nicht entgehen. In der Bärnwinkler Straße informierte er sich über die Arbeiten an der Trinkwasser-Aufbereitungsanlage. Die Maßnahme mit Kosten von rund einer Million Euro hatte das Ansbacher Fachplanungsbüro PfK geplant und ausgeschrieben. Seit Januar wird nun an der Anlage gearbeitet.

Die Maßnahme ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt: Sanierung der hydraulischen Anlage im Wasserwerk, Neuaufbau des Prozessleitsystems, die bisherige Anlagensteuerung ABB wird durch ein Fabrikat Siemens ersetzt und Anpassungen im Hochbehälter mit Entsäuerungsanlage sowie Einbindung sämtlicher Außenstellen in das neue Leitsystem.

Den Auftrag für den hydraulischen Teil erhielt die Firma "KaryPlanaqua" aus Bremen und für die Einrichtung und Erneuerung der Prozessleittechnik konnte die Weidener Firma Isa Industrieelektronik GmbH gewonnen werden. Beide Auftragnehmer müssen unter der Regie des Ingenieurbüros eng zusammenarbeiten und ihre Arbeitsschritte genau aufeinander abstimmen, da diese nahtlos ineinander greifen.

Die Kunst bei diesem Projekt besteht darin, die "alte" Anlagensteuerung (Fabrikat ABB) solange "am Leben zu erhalten", bis die neue Steuerung (Fabrikat Siemens) fehlerfrei läuft. Nachdem die Firma "KaryPlanaqua" die hydraulischen Arbeiten an der Filterstraße 1 abgeschlossen und die neuen Druckstoßkessel sowie die beiden Druckluft-Kompressoren installiert hatte, war die Firma Isa gefordert, die neue Anlagensteuerung für diese Filterstraße in Betrieb zu nehmen. Diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen und am Mittwoch begannen die Arbeiten zur Inbetriebnahme der neuen Leittechnik. Läuft die Straße 1 nach mehrwöchigem Probebetrieb einwandfrei, so wird die derzeit noch aktive Filterstraße 2 vom Netz genommen und den Winter über ebenfalls umgebaut. Die bisherige ABB-Steuerung ist dann außer Betrieb und die Anlage fährt allein über die neue Siemens-Prozessleittechnik.

Außerdem werden die bisherigen Stellantriebe des Fabrikats Auma von elektrischem auf pneumatischen Betrieb umgestellt. Jeweils zeitgleich werden die Arbeiten im Trinkwasserhochbehälter fortgesetzt. Auch für diesen wichtigen Anlagenteil mit 3000 Kubikmeter Fassungsvermögen wird ein neues Steuerungskonzept umgesetzt. Die Betriebstechnik sämtlicher "Satelliten" des Wasserwerks wie Hochbehälter, Druckerhöhungspumpwerke und Messschächte wird erstmals in die gemeinsame Anlagensteuerung integriert.

Im Leistungsumfang ebenfalls enthalten ist die Beschaffung einer mobilen Netzersatzanlage, welche es den Stadtwerken bei länger anhaltendem Stromausfall ermöglicht, die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und der US- Armee aufrechtzuerhalten. Nach voraussichtlicher Fertigstellung der Umbauarbeiten im Juli 2017 wird das Wasserwerk Grafenwöhr eine der modernsten und zuverlässigsten Anlagen zur Trinkwasserversorgung in weitem Umkreis sein.
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