Schöpfungsgottesdienst in der Michaelskirche
Zufall nimmt Leben den Sinn

Die Pfarrer André Fischer (von links) und Bernhard Müller standen beim Schöpfungsgottesdienst gemeinsam vor den Gläubigen.
Vermischtes
Grafenwöhr
19.09.2016
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Der Regen verhinderte, dass der Schöpfungsgottesdienst in Grafenwöhr wie geplant im Freien stattfinden konnte. Für Pfarrer Fischer gehört dies zum göttlichen Plan.

(rgr) Was heißt es, an Gott als Schöpfer zu glauben und was ist das Gegenteil von Schöpfung? Diesen Fragen ging Pfarrer Dr. André Fischer beim Schöpfungsgottesdienst nach.

Pfarrer Bernhard Müller begrüßte die Gläubigen beider Konfessionen in der evangelischen Michaelskirche. Das Wetter verhinderte die Feier unter freiem Himmel im Innenhof des Kastenhauses. Die Gottesdienstbesucher mussten auch auf den kleinen Bezirksposaunenchor verzichten, Leiter Karl Bäumler war erkrankt.

"Die Schöpfung ist heute gar nicht so eindeutig und einfach zu verstehen", sagte Pfarrer Fischer in der Predigt. Adam und Eva und den sieben Tagen stehe die Evolution im Lauf von Millionen Jahren gegenüber. "Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde." Der Widerspruch sei völlig in Ordnung. "Es macht unsere Religion aus, dass wir nicht das Hirn abschalten müssen, um glauben zu können."

Es spielt keine Rolle, wie die Welt erschaffen wurde. "An die Schöpfung glauben bedeutet, dass hinter unserer Welt und hinter meinem Leben ein planvolles Handeln unseres Schöpfergottes steckt." Das Gegenteil von planvollem Handeln ist Zufall. Der Zufall nehme Welt und Leben den Sinn. "Wir Christen glauben an die Schöpfung und daran, dass wir auf der Welt sind, weil der liebevolle göttliche Vater es wollte."

Oft sei Gott schwer zu verstehen. "Aber auch im Leben und im Sterben sind wir Teil seines Plans zum Guten und bleiben in seiner liebevollen Hand. Wir glauben an ein großes Ganzes, das Welt, Natur, Pflanzen, Lebewesen und Menschen zusammenhält", ist sich Pfarrer Fischer sicher. Er zitierte die Auslegung Martin Luthers zum Ersten Glaubensartikel im Kleinen Katechismus. Gott sei Schöpfer und Erhalter, dem es zu danken und den es zu loben gilt. "Die ganze Schöpfung - Gottes Lobpreis" heißt das Motto des Schöpfungstags.

An Gott zu glauben, bedeutet auch, dass Menschen Fehler machen können, ohne Angst zu haben. "Diese Entlastung gibt jedem die Kraft, sich mit den eigenen Mitteln für das Gute in der Welt sowie für Frieden, Gerechtigkeit und die Schöpfung einzusetzen", betonte Pfarrer André Fischer.

Darum ging es auch bei den Fürbitten des Arbeitskreises "Ökumene". Sowohl ihm, wie auch dem Organisten Walter Thurn galt der Dank der Pfarrer. Zu Gesprächen trafen sich die Gläubigen danach im evangelischen Gemeindehaus.
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