Stadt und Stadtverband begehen der Heimat
Millionen Einzelschicksale durch

Vermischtes
Grafenwöhr
14.09.2016
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(rgr) Früher waren es die Sudetendeutsche und Schlesische Landsmannschaft, die am "Tag der Heimat" den Opfern der Flucht, Vertreibung und Deportation gedachte. Weil es die Landsmannschaften in Grafenwöhr nicht mehr gibt, begehen Stadt und Stadtverband den Gedenktag.

Nach dem Gottesdienst mit Pfarrer Hans Bayer erinnerte Walther Hermann vor dem Friedhof an 15 Millionen Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Heimat verlassen mussten. "Wir gedenken heute auch und insbesondere der über zwei Millionen Todesopfer, die Flucht und Vertreibung aus den Heimatgebieten gefordert haben", erklärte der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft,

"Der Bund der Vertriebenen hat im vergangenen Jahr den Freistaat Bayern geehrt, weil der Landesgedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation eingeführt wurde", erklärte Hermann. Bayern habe 2,7 Millionen Vertriebene und Spätaussiedler aufgenommen. Diese Menschen haben nach dem Krieg Bayern mit aufgebaut. Auch jetzt seien 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht und Deutschland für sie ein begehrtes Ziel.

"Wir sind verpflichtet, den Schutzsuchenden Schutz zu bieten und ihre Menschenrechte zu achten und den Menschen, die in Deutschland leben, ihre kollektive Identität zu garantieren." Die Vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg haben Deutschland geprägt. Trotz der Widrigkeiten fassten sie in allen Lebensbereichen Fuß. Hermann nannte zahlreiche Beispiele: "Deutschland geht nicht ohne uns Vertriebene! Seien wir stolz darauf."

Dritter Bürgermeister Udo Greim legte mit Stadtverbandsvorsitzenden Gerhard Mark und Walther Hermann einen Kranz am Gedenkstein nieder. Danach bedankte er sich bei allen, die an der Gedenkfeier teilnahmen. "Der 'Tag der Heimat' hat seine Berechtigung", betonte Greim. Der Männergesangverein 1890 mit gemischtem Chor umrahmte die Feier.
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