Stadtrat will kämpfen
Trasse als "Todesstoß"

Vermischtes
Grafenwöhr
20.10.2016
91
0

An dem Thema Stromtrasse kommt auch der Stadtrat in Grafenwöhr nicht vorbei. Vor allem, weil eine Variante von Netzbetreiber Tennet die Gemeinde direkt betrifft. Das Gremium hat dazu eine klare Meinung.

Bis 4. November haben die Stadträte Zeit, Bemerkungen zu der geplanten Höchstspannungsleitungsstrasse Süd-Ost-Link abzugeben. Was in der Mitteilung stehen soll, darüber sind sie sich einig: Grafenwöhr hat keinen Platz - nicht oberirdisch und auch nicht unterirdisch. Gründe für die Ablehnung gibt es einige.

Unberührte Natur seinlassen


"Für mich kommt die Trasse nicht in Frage. Grafenwöhr ist durch den Truppenübungsplatz eingeschränkt und da, wo noch eine Möglichkeit ist, soll die Trasse hin. Das wäre der absolute Todesstoß für uns und Planungen", urteilt Thomas Schopf (FW). Er sieht die Gefahr, dass die Stadt nicht mehr weiter wachsen könne. Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß habe es sich leicht gemacht, indem er sage: Sollen die Trasse doch andere haben, meinte Gerald Morgenstern (CSU).

Der Stadtrat sei dafür, die Trasse im Ostbayernring mit unterzubringen. Thomas Weiß (SPD) forderte ebenfalls, keine neuen Gebiete für die Stromtrasse zu nutzen. "An der Autobahn oder einer Bundesstraße entlang wäre eine sinnvolle Alternative." Bislang unangetastete Gebiete kaputtzumachen, sei Quatsch. Auch Klaus Schmitsdorf und Hannes Färber (beide Die Linke) hatten etwas zu sagen, allerdings - wie Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) fand - nicht zum Thema. Als Färber den Solarpark bei Hütten ins Spiel brachte, den sich die Stadtwerke hätten wegschnappen lassen, fiel Knobloch dem Stadtrat ins Wort. "Völlig falsches Thema. Mir geht es um eine Stellungnahme zur Trasse", wies er Färber zurecht und gab das Wort weiter.

Doch Färber wollte sich nicht so einfach abwimmeln lassen. Der Linken-Stadtrat betonte, dass seine Partei für dezentrale Energieerzeugungs- und -versorgungsstrukturen stehe, also der Strom dort produziert werden solle, wo er verbraucht werde. Er warf den anderen Fraktionen - vor allem der CSU - vor, an dem Bau der Trasse schuld zu sein. "Euere Partei hat euch das eingebrockt, jetzt müsst ihr die ... auslöffeln", konfrontierte der sonst ruhige Färber die Räte mit einem Fäkal-Ausdruck. Die Stadtratskollegen hatten für die Anschuldigungen nur ein müdes Lächeln übrig und gingen nicht weiter darauf ein.

Zwei Gegenstimmen


Peter Lippiotta (CSU) forderte schließlich, klare Kante zu zeigen und mitzuteilen, rigoros gegen die Trasse zu sein. Mit zwei Gegenstimmen plädierten die Stadträte dafür, bis zum 4. November ein Schreiben mit Gründen gegen die Trasse bei Grafenwöhr einzureichen.

StadtratssplitterBedarfsmitteilung beschlossen

Das Stadtratsgremium beschloss am Dienstag die Bedarfsmitteilung für Maßnahmen des Bund-Länder-Städtebauförderungprogramms Soziale Stadt (Sanierungsgebiete Eichendorffstraße und Altstadt), die in den Jahren 2017 bis 2020 geplant sind, einstimmig. Außerdem gaben die Stadträte ihr einstimmiges Votum, von der Möglichkeit einer Stellungnahme zur beabsichtigen Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogrammes Bayern bis 15. November Gebrauch zu machen.

Badesaison fällt heuer ins Wasser

Bürgermeister Edgar Knobloch stellte in der Stadtratssitzung Zahlen über das Städtische Waldbad vor. "Es war klar, dass dieses Jahr nicht so berauschend war", kommentierte er die um 10 000 Gäste gesunkene Besucherzahl.

2015 seien es 48 095 Kunden gewesen, 2016 nur noch 38 302. Den Grund sah der Rathauschef im schlechten Wetter. (spi)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.