Täter vom Fach
Biber-Skelett im Wald

Er lebt noch, in Grafenwöhr wurde einem Artgenossen vermutlich sein gutes Fleisch zum Verhängnis. Archivbild: Popp
Vermischtes
Grafenwöhr
08.04.2016
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Feinschmecker und Jagdfachmann: So viel ist zu dem Täter bekannt, der in der Nacht zum Donnerstag im Wald bei Grafenwöhr einen Bieber tötete und ausweidete.

Gegen 10 Uhr führte am Donnerstagmorgen ein Hund einen Jagdhelfer zu der Stelle nahe des Grafenwöhrer Ortsteils Ochsenhut. Jagdvorsteher Reinhard Kraus berichtet, dass das Tier noch nicht lange an der Stelle gelegen haben kann, alles sei noch frisch gewesen. Die Polizei geht davon aus, dass das Tier an der Fundstelle nicht nur entsorgt, sondern vor Ort auch ausgenommen wurde.

An der B 299 200 Meter nach der Ochsenhut, etwa 100 Meter westlich der Bahngleise fand sich nur mehr Skelett und Fell des Tieres. "Der wusste was er tat", sagt Kraus über den Täter. Das Fleisch sei fachmännisch gelöst worden. Jäger Heinrich Schultes und er haben entschieden, die Polizei einzuschalten. "Schließlich geht es hier um Wilderei", erklärt Kraus.

Zudem sind Biber streng geschützt, um sie zu fangen, sei eine Genehmigung der Naturschutzbehörde nötig, weiß Biberberater Anton Rupprecht aus Haselbrunn. Die gebe es nur, wenn der Biber größere Schäden anrichtet. Das sei im Revier seiner Jagdgenossenschaft aber nicht der Fall gewesen. Dort rund um Grafenwöhr, wo die Biber leben, gebe es kaum landwirtschaftlich genutzte Flächen. Eine Protestaktion gegen einen nagenden Störenfried steckt also wohl nicht hinter dem toten Tier.

Rupprecht kann sich eine andere Motivation vorstellen: "Biberfleisch schmeckt hervorragend." Der Experte vergleicht es mit Wild, nur zu alt darf das Tier nicht sein. Die Polizei macht nun Jagd auf den Feinschmecker: Insbesondere bitten die Beamten die Besitzer von Wildkameras in Tatortnähe, sich unter Telefon 09645/9204-0 zu melden.
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