Thomas Thiermann sagt "Auf Wiedersehen"
Abschied vom "lustigsten Kaplan"

Eine Bilder-Präsentation mit Stationen seiner Zeit in Grafenwöhr und einen "Gebetsbaum" mit Bitten und Segenswünschen gab es am Schluss vom Pfarrgemeinderat für den beliebten Geistlichen Thomas Thiermann. Im Bild v. links Doris Bernhard, Stephan Wolf mit dem Kaplan. Bild: az
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Grafenwöhr
31.07.2016
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Vier Mitzelebranten, drei Chöre und viele Gläubige erwiesen am Samstagabend beim Gottesdienst Kaplan Thomas Thiermann die Ehre, um ihn nach dreijährigem Wirken zu verabschieden. Auf dem Kirchplatz wartete auf den beliebten Priester eine Überraschung.

Für den Spätberufenen aus Tirschenreuth war Grafenwöhr 2013 seine erste Kaplanstelle. Für die große Pfarrei geht mit ihm in Kürze "der letzte seines Standes". Einen Nachfolger nämlich entsendet die Diözese wegen Priestermangel nicht. Thiermanns Beliebtheitsgrad machten den Abschied daher zu etwas Besonderem.

Im Dienste Christi


Stadtpfarrer Bernhard Müller und die Ruhestandsgeistlichen Hans Bayer, Karl Wohlgut und Wolfgang Traßl standen mit Thiermann am Altar. Die Gruppen "Sin falta", "Ex Animo" und "ChorAlle"" mit Instrumentalisten begleiteten die Eucharistie.

"Mensch, blicke auf dein Ende", leitete der Kaplan mit Elementen aus der Tagesliturgie ein, um selbstbezogen anzufügen: "Wir sind vergänglich und unser irdisches Leben ist immer auch von Abschiednehmen geprägt." Vor der Kommunionfeier mahnte er an: "Richtet euren Blick auf das Himmlische, nicht auf das Irdische." Stadtpfarrer Müller stellte seinem Kaplan in der Predigt ein "Einser-Zeugnis" aus, wobei er gleichzeitig auch den Priesterberuf generell beleuchtete.

In Anlehnung an das Gleichnis vom reichen Kornbauern liege der Gedanke an Erntedank nahe. Für Kaplan Thiermann kämen die drei Jahre "Dienst im Weinberg des Herrn" auch einer Art Erntedank gleich. Grundsätzlich jedoch sei die Auflistung aller Leistungen nicht das Primäre. "Denn der eigentliche Arbeiter ist Christus selbst. Wir stehen nur in seinem Dienst. Wir sind Knechte, die nur ihre Schuldigkeit tun." Wir bräuchten nicht viel in unserem Leben und übertriebene Sorgen seien unnötig.

Kaplan Thiermann habe in Grafenwöhr viele Freunde in Gruppen und Vereinen gefunden. Die besten Voraussetzungen für seine künftige Arbeit, gleich zwei Seelsorgestellen zu füllen, habe er in Grafenwöhr mitbekommen: "Die Bereitschaft aufeinander zuzugehen, auf Junge und Alte, auf Konservative und Fortschrittliche, Fromme und kirchlich nicht so Fixierte." Mit allen Schichten ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen zu sammeln - diesen Rat von Müller lebte Thiermann vom ersten Tag an.

Mit "herzlich Vergelt's Gott" fasste der Prediger dessen Wirken zusammen. Nicht "Herr oder Chef", sondern "Mitbruder" wollte er für den Kaplan sein. Dann lautes Lachen in der großen Kirche: "Du wirst als der lustigste Kaplan in die Geschichte der Pfarrei eingehen. Du weißt auch, dass du (künftig) kein Krümel mehr bist sondern ein Keks." Der Pfarrer würdigte seine wichtige Jugendarbeit in Pfarrei und Dekanat und wertete die rechtzeitige Zuweisung von Gemeindereferentin Christine Gössl als "Glücksfall" für die "kaplanlose Zeit".

"Gebetsbaum"


Im Sinne des von Papst Franziskus ausgerufenen "Jahres der Barmherzigkeit" gab Müller die - von ihm kommentierten - "sieben leiblichen und sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit" mit auf den Weg. Ein "Gebetsbaum" - dieser spezielle Wunsch, arrangiert vom Pfarrgemeinderat - wurde dem Scheidenden erfüllt. An einer Pflanze hingen symbolische Früchte und darauf Bitten und Segenswünsche vieler Menschen.

Mit einer Bilder-Collage von seiner Grafenwöhrer Zeit überraschte Pfarrgemeinderatssprecher Stephan Wolf. Dank der Leinwand-Präsentation konnte auch das Kirchenvolk die Stationen mitverfolgen. Für den neuen Wirkungskreis um Plößberg, Schönkirch, Beidl und Stein wünschte Wolf namens der Pfarrei Gottes Segen. Der überaus starke Applaus galt Thiermann wie den Chören gleichermaßen.
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