Truppenübungsplatz Grafenwöhr [Aktualisierung]
Großalarm nach bösem Spruch

Manch Arbeitsplatz unterm Wasserturm blieb am Dienstag unbesetzt. Die US-Armee hatte vorübergehend den Zugang gesperrt. (Foto: hfz)
Vermischtes
Grafenwöhr
14.06.2016
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Ein flapsiger Spruch und schon war Großalarm: Am Eingang zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr rückten am Dienstagmorgen deutsche und amerikanische Sicherheitskräfte an.

Wie die Polizei in Eschenbach bestätigt, kontrollierte gegen 8 Uhr ein privater Sicherheitsdienst an Tor 3 einen deutschen Zivilbeschäftigten. Für diesen muss die Überprüfung ungewöhnlich streng und störend verlaufen sein, denn er habe ungehalten und mit einem bösen Spruch reagiert. Dabei soll das Wort Bombe gefallen sein.

Nun ließ der US-Sicherheitsdienst das volle Programm ablaufen. Der Mann wurde in Gewahrsam genommen, das Auto von Spezialisten durchsucht, Tor 3 gesperrt. Andere Zivilbeschäftigte konnten deshalb nicht zu ihren Arbeitsplätzen. Gefunden wurde nichts.

"Bitte keine Witze"


„Bei der aktuellen Weltlage ist momentan einfach die falsche Zeit für Witze.“ US-Garnisons-Sprecherin Susanne Bartschs Fazit zum Vorfall von Dienstagmorgen an Tor 3 ist eindeutig. Tatsächlich hatte der Zivilbeschäftigte nur „einen Clown gefrühstückt“, ein Anschlag auf dem US-Truppenübungsplatz stand nie im Raum.

Dennoch sei die Reaktion der Sicherheitskräfte inclusive des Einsatzes eines Sprengkommandos mit Räumroboter nicht übertrieben gewesen. „Es gibt Vorgaben und an die haben sich alle gehalten.“ Bartsch kann dem Vorfall sogar etwas Positives abgewinnen. Er sei eine unfreiwillige Übung gewesen, und alle Beteiligten hätten schnell und richtig reagiert. Ausdrücklich lobt Bartsch die Polizisten der Inspektion Eschenbach. Diese hätten sich unter anderem um die Umleitung zu Tor 6 gekümmert.

Insgesamt habe der Vorfall den Ablauf empfindlich gestört. Direkt neben Tor 3 liegen die Gebäude 244 und 301. Dort holen sich US-Bürger Führerscheine und Ausweise, Wohnungsvermittlung und Finanzservice sind dort untergebracht. Beide Gebäude mussten evakuiert werden, über 100 Beschäftigte waren betroffen. „Das ist, als wäre das Rathaus gesperrt.“

Ausgelöst hatte den Einsatz eine Fahrzeugüberprüfung. Dazu hätten die Sicherheitskräfte nach dem Zufallsprinzip das Auto des Zivilbeschäftigten ausgesucht und gestoppt. Wohl aus Ärger stellte er die Frage: „Was glaubt ihr, was ihr findet? Eine Bombe?“ Auch wenn sich der Mann nichts dabei gedacht hat, appelliert Bartsch: „Bei der derzeitigen Sicherheitslage: Bitte keine Witze.“
2 Kommentare
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 15.06.2016 | 12:36  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 16.06.2016 | 14:40  
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