Truppenübungsplatz Grafenwöhr bringt Aufschwung
Mehr Arbeitsplätze in Grafenwöhr

Brigadegeneral Christopher G. Cavoli (Mitte) mit USAG-Pressesprecherin Susanne Bartsch bringen gute Nachrichten für die Stadträte zum frohen Fest. Bild: esc
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Grafenwöhr
24.12.2015
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Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk gab es für die Stadträte bei der Jahresabschlusssitzung am Dienstagabend. Im US-Truppenübungsplatz entstehen demnächst 75 neue Arbeitsplätze - 63 davon sollen mit Deutschen besetzt werden.

Hoher und äußerst seltener Besuch hatte für die Sitzung zugesagt: Brigadegeneral Christopher G. Cavoli stand dem Gremium Rede und Antwort und hatte die Neuigkeit im Gepäck.

Probleme mit Russland


"Das ist hier der beste Truppenübungsplatz", schwärmte Cavoli im Beisein von Oberst William C. Lindner und von Pressesprecherin des USAG Susanne Bartsch. Vor drei Jahren habe das Trainingsprogramm der US-Truppen begonnen, "gut dass hier nicht reduziert wurde". Vor eineinhalb Jahren dann hätten "die Probleme mit Russland" begonnen, und Grafenwöhr sei nach dem NATO-Gipfel 2013 noch wichtiger geworden.

"Die US-Armee möchte zeigen, dass sie bereit ist, jederzeit schnell eingreifen zu können." Parallel zur Reduzierung der Soldaten seien auch die Stellen abgebaut worden. Inzwischen hätten sich aber die Aktivitäten wieder erhöht, ein Personalaufbau sei angestrebt. "Das braucht aber seine Zeit", gab der Brigadegeneral zu bedenken. Eine Umwandlung von "US-Stellen in deutsche" widerspreche dem Gesetz.

Flugstunden reduziert


"Mir ist bewusst, dass Fluglärm da auch laut ist", sagte Cavoli zum verstärkten Jet-Lärm. Grafenwöhr aber sei der Hauptplatz für solche Übungen. Die Flugstunden und Jet-Bewegungen seien dennoch um 55 Prozent reduziert worden. Allerdings würden andere Nationen vermehrt Jet-Übungen fliegen. "Insgesamt ist der Betrieb aber um 55 Prozent gesunken." Cavoli gestand ein: "Wir haben wohl auch selbst zu den Problemen beigetragen."

Bei seinem Amtsantritt habe er seiner Pressestelle aufgetragen, jede einzelne Übung anzukündigen und nicht einen längeren Zeitraum dafür anzugeben. Deswegen sei es den Bürgern wohl so vorgekommen, als ob vermehrt Flugübungen auf dem Programm gestanden hätten.

Keine Drohnen


Des Weiteren gebe es keine neuen Flugkorridore, Drohnen seien wieder in den USA, "das Thema ist komplett vom Tisch". Klaus Schmittsdorf (Die Linke) wollte vom Brigadegeneral wissen, ob Cavoli nicht ein paar Tipps für das Gremium hätte, Bauaufträge auf dem Truppenübungsplatz an örtliche Firmen zu vergeben.

Dafür gebe es zwei Kriterien, gab der General zur Antwort: niedriger Preis und Qualität. Die US-Armee würde nach bestem Wert beziehungsweise dem Preis-Leistungsverhältnis gehen. Zwei Ratschläge hatte Cavoli für das Gremium: Die gute Qualität der deutschen Betriebe zu erhalten und nach Ausschreibungen Ausschau zu halten. Auf Nachfrage Schmittsdorfs, ob die US-Armee die Verwaltung über solche Ausschreibungen informieren könne, musste Cavoli verneinen: Das sei nach US-Recht nicht erlaubt. Auch aus dem Stadtrat kamen Stimmen, die bestätigten, dass auch das deutsche Recht das nicht erlaube.

Gedanken zu F-16-Absturz


Thomas Schopf (FW) sprach für seine Fraktion, die das Training auf dem Übungsplatz begrüße. Auch machten er und seine Kollegen sich Gedanken wegen des F-16-Absturzes. "In der dicht besiedelten Oberpfalz hätte es leicht ein Haus erwischen können. Dennoch danke für den hohen Sicherheitsstandard auf dem Truppenübungsplatz." Gerald Morgenstern (CSU) appellierte an den Brigadegeneral, die Arbeitsplätze weiter zu halten. Thomas Weiß (SPD) bedankte sich für die Fragerunde.
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